Die Tanzlust der Kinder
Das Chaos droht: marodierende Mini-Zuschauer, sabotierende Zwischenrufe, Anarchie auf kleinen Beinen. 260 Schulkinder backstage bei einer Vorstellung – da kann eine Choreografin schon nervös werden. «Ich hatte eine Heidenangst», gesteht Silke Z. Bei ihrer Produktion «It’s a Man’s World» für Zuschauer ab zehn Jahren holt sie das Publikum für die ersten zwölf Minuten mit auf die Bühne. Eine Idee, bei der ihr erst gar nicht wohl war. «Aber mein Dramaturg meinte, es sei doch ein Erlebnis für die Kinder. Ich solle ihnen ruhig etwas zutrauen.
» Am Ende haben die Kinder die Kölner Choreografin stark beeindruckt. In einer Szene schreien die Tänzer das Publikum an. Während Erwachsene pikiert schweigen, Jugendliche sich du-cken und zucken, schreien die erschrockenen Kinder zurück. «Es ist doch interessant, wie direkt die Kommunikation Tänzerkörper – Kinderkörper funktioniert», sagt Silke Z. (Z. für Zimmermann). Bei welchem Publikum kann ein Künstler schon so viel Energie freisetzen wie bei Kindern?
Silke Z. ist eine von auffallend vielen Tanzschaffenden, die in letzter Zeit die Kinder als Zielgruppe entdeckt haben. Produktionen für junges Publikum waren in Deutschland bislang äußerst rar. ...
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