Boyzie Cekwana: «Influx Controls: I Wanna Be Wanna Be»
Was braucht sich einer mit einer Bombe am Leib noch zu schminken? Vor dem Allmächtigen, so haben wir gelernt zu glauben, zählt derlei ohnehin nicht. Da werde nicht nach Nasen- oder Körperform unterschieden, nach Hautfarbe ohnehin nicht, sondern nur: nach Taten. «Wenn alle Dinge gleich wären» – Boyzie Cekwana stellt es sich vor, während er sich das Make-up auflegt.
Er würde es nicht machen, wären alle Dinge gleich, und er würde auch nicht so tun, als wäre das gute Kunst, sondern sagen: «Meine Damen und Herren: Ich begrüße Sie zu meinem Spektakel», das er normalerweise Performance nennen würde. Aber aus Gründen, die wir vielleicht verstehen würden, wenn wir lange genug blieben, würden wir es möglicherweise schätzen, dass er derlei ein Spektakel nenne. Wird er sich in die Luft jagen? Und uns dazu – wenn auch nur Spektakel-weise?
Hier soll nicht die Pointe vorweggenommen werden, interessanter ist ohnehin die Bewegung, die zu ihr führt: In Boyzie Cekwanas «Influx Controls: I Wanna Be Wanna Be» ist das Ironie, verdoppelt und verdreifacht. Der südafrikanische Tänzer und Choreograf ist der Konzeptkünstler des neuen afrikanischen Tanzschaffens und einer der radikalsten auf dem Kontinent. Die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Zwanzig Jahre nach dem Fall der Mauer gingen zwei Länder Bankrott. Beide hörten auf denselben Namen: DDR. Das eine Land war ein Spitzelstaat, in dem sich die Bewohner im Namen der Satzung ihres Kleingartenvereins so lange gegenseitig denunzierten, bis keiner mehr da war. Das andere Land gleichen Namens war ein marodes Wirtschaftsunternehmen, das jede Hand brauchte,...
Klar, Vladimir Malakhov hat etwas zu sagen, und seine beiden Schüler scheinen davon auch zu profitieren. Drei Szenen hat der Intendant des Staatsballetts Berlin jeweils für seine in Japan produzierten «Master Lessons» ausgewählt, um die beiden Youngsters vom Tokyo Ballet nicht zu überfordern – und da das Coaching auf Englisch geschieht (mit einer ganz und gar nicht...
Leserbriefe zu ballet-tanz 8/9 09 Die Erinnerung hat Ingeborg Liptay in «Pina, die Tänzerin» einen Streich gespielt: In der von ihr erwähnten Einstudierung des «Grünen Tischs» von Kurt Jooss tanzte Pina Bausch nicht «die Rolle des Mädchens, dessen Liebhaber in den Krieg ziehen muss», sondern die Rolle der Mutter.
Ingeborg Liptay verließ Essen 1960 (wenn ihr...
