Kaiserslautern: James Sutherland «Zyklus»
Wieder am 17. Juni, 1., 5. Juli in Kaiserslautern. www.pfalztheater.de
Am Ende stehen sie uns frontal gegenüber, resigniert und verloren vorne an der Rampe. Einer hebt unsicher die Hand, eine andere streckt sie uns suchend entgegen, wohl wissend, dass sie keine Antwort bekommen werden. Ohne jedes Pathos, in Bildern an der Grenze zum Abstrakten, stellt James Sutherland in seiner ersten großen Uraufführung fürs Pfalztheater die Frage nach dem Tod und wie die ewige Ungewissheit dessen, was danach kommt, den Zyklus des Menschenlebens beeinflusst.
In einem Spektrum der Grautöne, gehüllt einzig in die Farben Schatten, Licht und Haut, dreht sich der ambitionierte Abend um das Heranreifen, das Sich-Zurechtfinden und Bewusstwerden, den Kampf um persönliche Autonomie und Vertrauen in andere Menschen – Entwicklungen, die sich nicht mal eben pantomimisch darstellen lassen.
Sutherland bevorzugt ohnehin die Andeutung, er gibt lieber Rätsel auf, als zu deutlich zu werden. In den besten Momenten gelingt ihm hier die direkte Sinnfälligkeit von Bewegung, vor allem, als sich gegen Schluss ein Gefühl der Resignation und Ratlosigkeit verdichtet. Das Stück greift keine Religion oder Philosophie direkt auf, sondern folgt in seinen aufwendig choreografierten Gruppenbildern ...
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Tanz Juni 2017
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 39
von Angela Reinhardt
Wie Zähne stehen die Hochhäuser aufrecht auf dem Kiefer, einem Felsen, der sich Beirut nennt. Die höchsten Gebäude überragen wie Eckzähne eine Marina für teuerste Edelyachten. Die flachen Bungalows, stramm aufgereiht wie Mahlzähne, befinden sich weit oben im steilen, von Paraglidern überflogenen Hinterland des Libanon: als Zweit- oder Drittwohnsitz. Fünfzehn Jahre...
Jacopo Godani, des sogenannten freien Choreografenlebens doch etwas überdrüssig, freute sich wie ein Schneekönig, als er vor knapp zwei Jahren seine eigene Company bekam. Aus Frankfurter Sicht aber war die plötzliche Ausrufung einer «Dresden Frankfurt Dance Company» eine weitere Seltsamkeit, seit die Stadt die unter William Forsythe weltberühmte dritte Bühnensparte...
Hofesh Shechter
Andere machen Uraufführungen, dieser Choreograf hat‘s am liebsten als Gesamtkunstwerk. «Grand Finale» heißt der neueste Trip, auf den er das Publikum schickt. Was es zu sehen kriegt? Zehn Tänzer, «eine Welt im freien Fall» dank mannigfaltiger Erschütterungen im «Zeitalter der Extreme», als Zugabe Live-Musiker, die das passende akustische Armageddon...
