stuttgarter

Warum Egon Madsen den «Roehm-Preis» erhält

Tanz - Logo

«Egon Madsen», sagt der Erste Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Tanzkunst in Deutschland, «gehört zu den Tänzern, die viel zu leicht vergessen werden.» Ulrich Roehm sitzt am Kopfende eines schmucklosen Tischs im vierten Stock eines schmucklosen Essener Hotels. Die Pressekonferenz zur Verleihung des undotierten «Deutschen Tanzpreises» 2011 richtet er wesentlich für die Kollegin von der dpa aus. An sie gewandt fragt er: «Wer kennt denn Madsen?» Sie antwortet nicht.

Sanft hebt er seine Stimme: «Egon Madsen ist so wichtig wie Márcia Haydée, er ist ein wahrer John-Cranko-Tänzer», dieser gebürtige Däne, der immer noch tanzt, immer wieder bekannt wurde, beim Nederlands Dans Theater 3 und zuletzt in der Rolle des Pantomimen Marcel Marceau in «M.M.», einer Produktion von Gauthier Dance am Theaterhaus Stuttgart.
 
Roehm, 77, verleiht noch einen weiteren Preis, den «Deutschen Tanzpreis Zukunft»: Der geht 2011 an den Tanzpartner von Egon Madsen, den Kanadier Eric Gauthier, «weil er mit 28 den Mut hatte, das Stuttgarter Ballett zu verlassen und selbst eine Kompanie zu gründen». Natürlich auch, weil Gauthier den bepreisten Egon Madsen schon in «Don Q.» des Stuttgarter Choreografen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Januar 2011
Rubrik: menschen, Seite 20
von Arnd Wesemann

Weitere Beiträge
bayerisches Staatsballett «mein ravel»

Das Interesse des Münchner Opernintendanten Nikolaus Bachler am Tanz ließe sich leicht daran bemessen, dass er bisher noch keine einzige Ballettpremiere besucht hat. Auch wurde auf seinen Wunsch der Vertrag des Generalmusikdirektors Kent Nagano nicht verlängert. Beide Tatsachen zusammengenommen rechtfertigen doppelt, dass er dem Abend «Mein Ravel» im Münchner...

handbuch für choreografen

Vertrag
Das Erste, was das Publikum zu Beginn einer Performance sieht, bildet einen Vertrag. Dieser Vertrag leitet das Publikum dazu an, wie es die Performance zu lesen hat, während sich diese entfaltet.

Der Vertrag ist der Schlüssel zum Verständnis der Kontinuität, die ein Stück zusammenhält und ihm Sinn verleiht. Dies gilt für ein abstraktes ebenso wie für ein...

bildung

berauscht. Wenigstens die Politiker, die den nationalen Wettbewerb mit Bildung gewinnen möchten. Schön, dass auf diesen Zug der Tanz mit aufspringen durfte. An deutschen, österreichischen und Schweizer Tanzhochschulen kann man endlich so studieren, dass am Ende ein Künstler, ein denkender Körperkenner, herauskommt. Kein gehorsamer Idiot, der Schritte nur perfekt...