Der Tanzkongress
Der Tanzkongress
tagt vom 5. bis zum 8. November in Hamburg auf Kampnagel. Vier große Kapitel will er aufschlagen, von «Tanz und Politik» über «Kreation und Reflexion» bis hin zu «Tanzgeschichten» (dem Schwerpunkt in diesem Heft) und «Lebensläufen» (wie wird und bleibt man Tänzer, das war der Schwerpunkt unseres Sommerhefts 8-9/09).
«Tanzgeschichten» erzählen gern von höfischen Tänzen des Barocks, gelangen über die Entstehung des klassischen Balletts zum Ausdruckstanz. So reicht man die Geschichte an die Tänzer weiter. Bis etwa 1965. Meist reißt der Faden hier schon ab.
Was die Eltern getanzt haben, gehört nicht mehr zur «offiziellen» Geschichtsschreibung. Bei Mary Wigman dagegen oder bei der sogenannten Rekonstruktion seltener Ballette wie Jean Corallis «La Péri» von 1843 wird man den Gedanken nicht los, dass der Tanz umso mehr Freiheit in der eigenen Geschichte zu finden scheint, je länger seine Schöpfer tot sind.
Warum gibt es keine Tanzgeschichte der Lebenden? Eine Geschichte, die noch am Körper selbst überprüfen kann, wie der Tanz wirkt, was er bewirkt und was er verschweigt? Boris Charmatz hat ein solches Tanzmuseum der Gegenwart soeben im bretonischen Rennes eröffnet. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Die Zentralperspektive im Theater ist Geschichte? Zumindest gibt es seit dem letzten Jahrhundert Entwicklungen im Tanz, die der Tatsache Rechnung tragen, dass wir keine Monarchie mehr sind. Die Königsloge ist nicht mehr Fluchtpunkt der Bewegung – so gleichberechtigt wir Bürger, so vielfältig auch das Angebot an unsere Augen.
En dehors und en devant wird nur noch...
Merce Cunningham war schon vor seinem Tod fest gebucht; Europa hätte dem 90-Jährigen zugejubelt. Jetzt ist es eine Farewell-Tournee geworden mit seinen besten Stücken wie «CRWDSPCR» (1993), «Second Hand» (1970) und «Squaregame» (1976). Die Merce Cunningham Dance Company gastiert im frankofonen Europa, in Genf, in Brüssel zu Charleroi/Danses und im Pariser Théâtre...
Sie ist 38 Jahre alt und heißt Marie. Das ist nicht ihr wirklicher Name. Denn die Betroffenen – und das sind hochgerechnet mehr oder weniger sämtliche Vertreter des Berufsstands – möchten sich zu diesem Thema keinesfalls öffentlich äußern. Weil es eigentlich gar kein Thema ist: «Schmerzen gehören einfach dazu, das weißt du spätestens, wenn du zum ersten Mal deine...
