intimität

intimität

Tanz - Logo

Das Theater hat den Tanz gezwungen, Theater zu sein. Keine wirklichen Gefühle dürfen gezeigt werden, jede Bewegung ist berechnet, aus der Rhetorik der Schauspieler wurde eine Dramaturgie der Schritte. Damit entfernte sich der Tanz von jenen Gefühlen, die er in jedem Tanzenden selbst auslöst: eine Lockerung der Seele durch die Freiheit der Glieder. Vielleicht ist daran aber auch nur die Sitzordnung Schuld. Vor der Bühne sind die Glieder des Publikums wie festgebunden, damit es diszipliniert zuschaut. Ebenso diszipliniert ist der Tanz.



Ausgerechnet Methoden der Disziplinierung – die Unterwerfung des Körpers unter die Macht eines anderen – sind es, die sowohl erotischen Praktiken dienen als auch das Choreografieren bestimmen. Die Unterwerfung des Körpers führt hier in erster Linie zu seiner Beherrschung. Diese Beherrschung kann sinnlich sein, vertrauensvoll abhängig und durchaus bezwingend. In Deutschland gibt es – in der Öffentlichkeit zugegeben – nur einen Ort, der sich dieser Intimität des Tanzes offen stellt. Es ist schwelle7, ein Veranstaltungsraum in Berlin, der sich experimenteller Körperarbeit widmet, «vor allem aber Spiel, Zauberei und sanfter Wahnsinn» sein will. Letzteres ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz April 2010
Rubrik: editorial, Seite 1
von tanz-Redaktion

Vergriffen
Weitere Beiträge
petenera

Da schreitet sie hin, die schöne Jüdin. Petenera heißt sie, eine Unnahbare, Unbekannte. Weit in die Vergangenheit reichen ihre Wurzeln, bis in die Zeit der Katholischen Könige, den von diesen erzwungenen Exodus der Juden, den dramatischen Auszug aus Spanien hinein in den Orient. Doch einige blieben, vielleicht auch jene Frau, die Jahrhunderte später zu einer...

highlights

baden-baden: cedar lake

Sie sind die derzeit wohl angesag­teste Truppe in New York: 15 Tänzer, die es sich mit Hilfe der Walmart-­Erbin Nancy Laurie leisten können, die in den Augen der Amerikaner besten Choreografen Europas für sich arbeiten zu lassen: Sidi Larbi Cherkaoui, Hofesh Shechter, Stijn Celis, Jacopo Godani und Angelin Preljocaj, dessen «Annonciation»...

regina baumgart

Sie wurden an den Württember­gischen Staatstheatern in Stuttgart ­ausgebildet zur Zeit von John Cranko, kehrten wegen einer Verletzung aufs Gymnasium zurück und machten Abitur, bevor Sie Tanzpädagogik in München studierten. Woher kam dann die Neugier auf amerikanischen Tanz?

Durch einen Mitschüler wurde ich auf Merce Cunningham aufmerksam. Und in München traf ich...