Hoffnungsträger: Kinsun Chan
Als Heinz Spoerli im Jahr 2000 einen Abend mit Stücken von Tänzerinnen und Tänzern des Zürcher Balletts präsentierte, fiel eines aus dem Rahmen: «Above Ground» von Kinsun Chan zu «Tic Tac» des Perkussionisten Fritz Hauser. Das kurze Stück war so viel reifer und professioneller als die anderen, dass wir eigentlich gerne mehr von dem kanadischen Tänzer gesehen hätten. Stattdessen sahen wir weniger von Kinsun Chan. Der profilierte Solist zog weiter zum Ballett Basel, choreografierte dort auch für die Kompanie von Richard Wherlock und für dieses und jenes Projekt.
Ich selbst sah erst zehn Jahre später wieder eine seiner Arbeiten: «Bing, Bang, Boom» am Luzerner Theater in der ersten Spielzeit von Kathleen McNurney. Es war dies ein Kleinod von einem Stück, in leichter Verbindung von Pop und Poesie, wie man das diese Saison wiederum in Luzern in «Paddington Bär» erleben konnte. In beiden Stücken entwickelt sich der Tanz aus dem Raum heraus, der die Geschichte birgt und immer nur Teile von ihr preisgibt.
Kinsun Chan hat nicht nur Ballett, sondern auch Grafik und Design studiert und zeichnet immer für die Ausstattung seiner Stücke sowie für die mancher Kolleginnen und Kollegen. So hat das ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Jahrbuch 2019
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 167
von Lilo Weber
Einen Talisman, Glücksbringer oder ein bewusst gewähltes Ritual vor Vorstellungsbeginn, all das habe ich nicht. Obwohl mir schon auffällt, dass ich es bevorzuge – und daher auch immer so einzurichten versuche –, schon vor Vorstellungsbeginn auf der Bühne zu sein. Warum? Keine Ahnung. Vielleicht weil ein Auftritt auf der Bühne so etwas ist wie eine Einladung von...
Während die Direktorenposten des Londoner Royal Ballet und des Scottish Ballet weiterhin stabil und erfolgreich von Kevin O’Hare bzw. Christopher Hampson bekleidet werden, hat sich an der Führungsspitze des Birmingham Royal Ballet ein kleines Erdbeben ereignet. Dessen langjähriger Leiter David Bintley hat sich im vergangenen Sommer zum Rücktritt entschlossen, um...
Sie hat keine Scheu vor politischer (Tanz-)Geschichte, vor der brodelnden Gegenwart schon gar nicht. Eva-Maria Schaller, ausgebildet an der Ballettschule der Wiener Staatsoper und bei Codarts in Rotterdam, ist zeitgenössische Tänzerin – etwa bei Emio Greco, Itzik Galili, Anouk van Dijk. Außerdem choreografiert sie, unterrichtet Countertechnique und nähert sich mit...
