Polina Semionova
Sie war noch lange nicht 18, da hat sie Vladimir Malakhov vom Fleck weg als Erste Solistin ans Berliner Staatsballett engagiert. Acht Jahre ist das her. Inzwischen ist Polina Semionova so populär, dass man für einen Buchtitel getrost auf ihren Nachnamen verzichten kann. Auf 250 Seiten passt ihr Werdegang bereits, obwohl sie «einfach keinen Ballettkörper» hatte – wie eine Pädagogin der Moskauer Bolschoi-Ballettakademie zitiert wird, die ihre fehlenden X-Beine beklagte.
Lachhaft im Nachhinein, was eine andere Lehrerin am kommenden Star auszusetzen hatte: «Das Becken steht irgendwie falsch. Wahrscheinlich kriegt sie deshalb das Bein nicht richtig hoch.»
Polina Semionova hat dennoch ihren Weg gemacht, «aus der Moskauer Vorstadt auf die großen Bühnen der Welt», wie der Untertitel ihrer Biografie heißt. Gerhard Haase-Hindenberg hat sie geschrieben, ein Regisseur, Schauspieler und Sachbuchautor, den mancher auch als Gastgeber einer Hörfunkreihe kennt. Unprätentiös, aber nie leidenschaftslos erzählt er von der Last wie von der Lust, die das Leben dieser Ausnahmetänzerin prägen. Die Kunst ist ihr nicht in den Schoß gefallen. Auch nicht ihr verblüffendes Können. Zu den eindringlichsten ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Der Solistin des Aalto Ballett Theater in Essen ist beim «Labat Danza Festival» im italienischen Loano der «Grand Prix Giuliana Penzi» verliehen worden. Die Auszeichnung erinnert an die 2008 verstorbene italienische Ballerina. Neben Adeline Pastor wurden Yoel Carreňo, Alen Bottaini und Arturo Cannistrà ausgezeichnet. Bei der Abschlussgala des Festivals, das zum...
Die Studienstiftung des Deutschen Volkes ermöglicht erstmals, dass auch Tanzstudenten in den Genuss eines Stipendiums kommen. Leiter von Tanzhochschulen haben jährlich die Möglichkeit, die zwei besten ihrer Studierenden vorzuschlagen. Die nominierten Kandidaten präsentieren einer unabhängigen Fachjury zwei bis drei Szenen und sich selbst in einem Gespräch....
Vor mehr als zwanzig Jahren hat John Neumeier in Stuttgart seine «Fratres» vorgestellt: scheinbar ein Stück von strenger Schönheit – am Ende eher ein verrätseltes Requiem. Das mag seinerzeit zu großen Teilen Márcia Haydée geschuldet gewesen sein, die nie wirklich den Schleier des Geheimnisses lüftete . Aber es lag sicher auch in der Absicht des Choreografen, der...
