gilles jobin
Sein neuestes Stück nennt sich so, wie das, was Gilles Jobin umtreibt: «Força Forte» – starke Kraft. «Strong force oder die starke Wechselwirkung ist eine der vier Grundkräfte der Natur, es ist eine kontraintuitive Kraft», erklärt der Westschweizer Choreograf. «Ähnlich wie die Schwerkraft – je näher man der Masse kommt, desto größer ist die Anziehungskraft. Die starke Wechselwirkung ist für den Zusammenhalt der Quarks verantwortlich und somit aller Materie des Universums.
» Und das Kontraintuitive daran: Die Anziehungskraft bleibt bei steigender Entfernung konstant, wirkt sogar stärker, je mehr sich die sogenannten Elementarteilchen entfernen – ähnlich wie ein Gummiseil, das gespannt wird. Aber ob das die Tanzkritikerin richtig verstanden hat?
Wer mit Gilles Jobin reden will, muss geistig gut gerüstet sein. Das war schon immer so. Der Träger des «Schweizer Grand Prix Tanz 2015» gehört zu jenen Choreografen, die den intellektuellen Disput lieben und die geistige Schärfe, wo nötig, auch mal auf der Zunge tragen. Doch seit einiger Zeit ist auch, sagen wir mal, fachfremdes Wissen gefragt. Gilles Jobin ist nämlich bei den Physikern gewesen. 2012 wurde er mit dem ersten «Prix ...
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Tanz April 2016
Rubrik: Menschen, Seite 22
von Lilo Weber
Der erste Blick in den Raum löst Unbehagen aus. Glupschaugen und ein angriffslustiges Maul gehören einem Fisch. Sanfte Fado-Klänge lassen einen vor der hallenhohen Videoprojektion verharren. Schöne bunte Fische. Aber auch sie ist da: Pina Bausch. Sie tanzt vor der blau-grünen Unterwasserlandschaft, sehr verinnerlicht, ihr Solo aus «Danzón». Ein Moment des...
Bereits seit 2002 ist der an der Musikhochschule Köln ausgebildete Tarek Assam Ballettdirektor am Stadttheater Gießen, er hält dem kleinen Dreisparten-Haus die Treue – und umgekehrt. Er hat ein Festival, «TanzArt ostwest», etabliert und produziert unverdrossen und zuverlässig mit nur 13 Tänzerinnen und Tänzern. Im Großen Haus steht ihm in der Regel das Orchester...
im mai: pina bausch
Nicht nur die Bonner Bundeskunsthalle (siehe S. 4), auch das Bayerische
Staatsballett feiert Pina Bausch zum Auftakt seiner Festwochen. Mit «Die
Kinder von gestern, heute und morgen» (2002) legen die Bausch-Stiftung und
das Wuppertaler Tanztheater erstmals ein Werk der Choreografin in die Hände
einer anderen deutschen Kompanie – ein spannendes...
