bern: sebastian matthias «tremor»
Im blauen Licht driften scheinbar knochen- und schwerelos drei Körper. Die erhobenen Arme werden von einer geheimnisvollen Kraft gehalten. Die Köpfe neigen sich blütensacht. Die Figuren ziehen sich an, gleiten aneinander vorbei und entfernen sich wieder. Beben, Grummeln, Pochen, Summen von automatischen Trommeln. Sie sind platziert zwischen den Zuschauerreihen. Als ob die Energie den Gliedern plötzlich entzogen wird, fallen die Arme schlaff herab.
Die Körper staksen mit steifen Beinen durch den von Farblicht segmentierten und Rhythmen durchpulsten Raum, wie ungelenke Wasservögel, gestört in der physischen Koordination. Ihre Knie knicken ein, sie sacken zu Boden, raffen sich wieder auf. Ein Zucken erfasst das Becken, die Schultern, als ob gegensätzliche Zugkräfte an ihnen rüttelten, sie in Spasmen schüttelten. Erneut brechen die Beine weg, die Körper fallen in den Sitz oder auf die Knie.
Im Trio «Tremor» experimentiert Sebastian Matthias mit Harmonie und Disharmonie im Spannungsfeld von Kräften und Muskeln. Der Berliner Choreograf und Tänzer präsentierte seine konzeptuelle Tanzstudie als Abschlussarbeit seiner Residenz auf Kampnagel (K3 – Zentrum für Choreografie). Er setzt darin ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Februar 2011
Rubrik: kalender, Seite 40
von Klaus Witzeling
...zeigt die Europapremiere seines neuen Werks. Nach seiner «Orgie der Intoleranz» verteidigt er nun mit zehn Performern den stolzen und autonomen Prometheus, der in der griechischen Mythologie den Göttern das Feuer stahl. Fabres «Prometheus Landschaft II» beginnt nur in der Grundierung seines Frühwerks «Prometheus Landschaft» von 1988. Sein Künstler ist aber nicht...
Mit fröhlichem Gelb künden Forsythien vom Frühling; Bäumchen blühen, wo Wuppertal ihnen Platz dafür lässt. Mit dem «Kampf der Titanen. In 3D!» droht das Multiplexkino, daneben liegt das Schauspielhaus und schweigt, denn es ist geschlossen, vielleicht für immer; es müsste saniert werden. Weil das Wasser abgestellt ist, stehen am Hintereingang Container mit Toiletten...
«Break-Dance […] hat sich auch hierzulande etabliert», war am 12. März 1985 auf der lokalen Kulturseite des «Sächsischen Tageblatts» zu lesen – in einem Land, in dem es ihn eigentlich nicht geben durfte. Natürlich waren die sozialen Bedingungen in der DDR nicht annähernd jenen vergleichbar, die in den schwarzen Ghettos Amerikas zu seiner Entstehung beigetragen...
