Fellfarben
Wusch, da fliegt etwas vorbei, voller Farben, Formen, Luft und Leichtigkeit. Lange Fransen in Gelb und Grün, Blau und Violett, Rot und Braun fächern sich auf in der Bewegung, im Sprung oder in der Drehung eines Tänzers, und legen sich wieder zusammen. Groß und prächtig scheint die Figur zwischendurch, wie eine geöffnete Blüte. So kann man die Soundsuits von Nick Cave im Videoformat bestaunen. Skulpturen in Bewegung – seit dem Serpentinentanz von Loïe Fuller und Oskar Schlemmers Experimenten am Bauhaus ist das ein immer wieder neu aufgeschlagenes Kapitel in Kunst und Tanz.
Der amerikanische Künstler Nick Cave, nicht zu verwechseln mit dem australischen Popstar, scheint daran anzuknüpfen. Die Soundsuits, von denen er in mehr als 25 Jahren einige Hundert entwickelt hat, pflegen verschiedene Auftritte. Mal werden sie in der Öffentlichkeit sichtbar, auf Straßen und Plätzen, wo sie ein karnevaleskes Schauspiel geben. Mal werden sie von Tänzern und Nick Cave selbst getragen und für Fotografien und Bewegtbilder virtuos inszeniert, zuletzt vorgestellt im «Cercle Magazine», einem jährlich erscheinenden, elegant gestalteten Design-Periodikum aus Straßburg, dem wir die Abbildungen entnehmen ...
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Tanz April 2017
Rubrik: Bewegung, Seite 4
von Katrin Bettina Müller
Es schneit große Flocken. Die Tänzer bilden zwei Gruppen, jeweils in Pyramidenformation. Beginnen eine wilde Schneeballschlacht. Ein impressionistisch flirrendes Bild, dazwischen Videoprojektionen der Geschwister Paul und Elisabeth. Der Regisseur und Choreograf Yuki Mori hat für Philip Glass’ Tanzoper «Les Enfants terribles» nach dem Roman von Jean Cocteau ein...
Weltweit
34. Welttag des Tanzes
«Let’s Go Urban jamt!», heißt es beim «Dag van de Dans» in Antwerpen, und auch in Deutschland wird wie überall auf der Welt der «Welttag des Tanzes» gefeiert, der immer auf den Geburtstag des Ballettreformers Jean-Georges Noverre fällt. Der jährt sich nun zum 290. Mal. In Hannover heißt das Motto: «Move your town». Und weiter ostwärts...
Der Mann hat nicht schlecht gestaunt: Zum ersten Mal, so sagte es der Sozialwissenschaftler für Sport in Frankfurt/Main vor der ehrwürdigen, 1956 gegründeten Dramaturgischen Gesellschaft, zum ersten Mal überhaupt würden sich Theaterintellektuelle mit dem Objekt auseinandersetzen, das ein Theater erst zum Theater macht: dem menschlichen Körper. Das Thema des...
