valérie castan

ist eine Tanzerzählerin für Sehbehinderte und Blinde. Von ihr lernen, heißt sehen lernen

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In Lourdes sprudelt angeblich Heilwasser aus einer Quelle. Blinde waschen sich damit die Augen, in der Hoffnung auf Spontanheilung. Statt einer Pilgerfahrt empfiehlt Valérie Castan indes: den Gang ins Theater. Denn dort können Blinde eine Tanzaufführung «sehen», ja sie machen unter Umständen eine intensivere Erfahrung als Menschen mit aktiver Iris. Castan, Bühnenpartnerin unter anderem von Antonia Baehr, hat ein tanzspezifisches Verfahren der Audiodeskription entwickelt, gemeinsam mit Sehbehinderten und Blinden.

Die gelernte Tänzerin, Übersetzerin und Simultandolmetscherin nutzt dazu Verfahren aus dem Filmbereich und passt sie dem Tanz an.

Der Unterschied zwischen Kino und Tanz ist allerdings gewaltig. Castan kommentiert grundsätzlich live, während im Kino alles aus der Konserve kommt – eine auditive Untertitelung sozusagen. «Im Kino», bemerkt sie, «wechseln sich zudem zwei Sprecher ab: Jeder Wechsel der Stimme signalisiert einen Schnitt.» Tanz funktioniert nicht so. Castan lädt ihre Klienten darum eine Stunde vor Aufführungsbeginn auf die Bühne, damit sie deren Ausmaße erfahren, ertasten und jedes Element des Bühnenbilds erfühlen. In «De quoi tenir jusqu’à l’ombre» («Durchhalten ...

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Tanz Dezember 2013
Rubrik: praxis, Seite 70
von Thomas Hahn

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Workshops, Auditions, Ausschreibungen

ausschreibungen_____

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