solitudes solos
Es sind essenzielle, reduzierte Solotänze, die Daniel Léveillé in «Solitudes Solo» mit zum Teil höchster Kunstfertigkeit präsentiert. Das Stück, das keinerlei kommerzielle Konzessionen macht und populistische Befindlichkeiten allenfalls flüchtig streift, hat ihm bereits einige Lorbeeren eingetragen. Was der Choreograf für «Solitudes Solo» ersonnen hat, ist alles andere als leichte Kost. In fünf Variationen zeigen seine Tänzer Muskulatur und physische Kraft: Eine(r) nach der/dem anderen vollführen sie Permutationen der spezifischen Bewegungen.
Dabei schafft Léveillé eine stilistische Einheit, indem er einen Tänzer performen und wieder abgehen lässt, bevor der Nächste dessen Startposition einnimmt: Wachwechsel. Er ist ein Meister der Ordnung und nutzt kompakte Strategien, um die Körper, beinahe wie anatomische Anschauungsobjekte, zur Schau zu stellen. Straffe Muskeln, kräftige Schenkel, Rücken, die sich wellenförmig schlängeln: Es sind Körper voller Selbstvertrauen, bereit zu jeder Bewegung. Léveillé verwendet glides, Schwünge, Jetés, Pliés und Stürze durchaus mit Seitenblick auf das moderne Tanzvokabular der 1970er.
Der vitruvianische Mensch
Jeder Tänzer, jede Tänzerin ist ...
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Tanz August/September 2014
Rubrik: tanz im august, Seite 30
von Philip Szporer
Es gibt kein Ende. Immer neue Recherchen zeigen, wie Tanz und Musik sich neu begegnen können. Wenn sie sich dabei noch gegenseitig überraschen, umso besser! Die junge Maud Le Pladec schickt sich an, bei dieser Art von Rendezvous den Ton anzugeben. Ihre Ouvertüre spielte sie vor vier Jahren, außerordentlich erfolgreich. «Professor» hieß das männliche Trio zu...
In Solitudes Solo, Daniel Léveillé displays some supreme artistry in these essential and spare solo dances. The work, which has won him accolades, bears no commercial compromise and it only fleetingly touches on populist sentiment. His dancers display their toned muscularity and physical ability in five variations. None of the movements the choreographer has...
Affinität zum Tanz? «Hab ich nicht. Sie ist selbstverständlich wie die Affinität zum Essen. Bewegung im Raum. Ob man schreitet oder schlurft – das sind doch alles schon tänzerische Sprachweisen.» Gregor Jansen versteht nicht viel von Tanz – sagt er. Dabei ist sein Denken durchaus bewegungsästhetisch geprägt. Ein «heftiger Pogo-Tänzer» sei er gewesen, als...
