Buster Keaton in silent mov(i)e

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Ein Vertrag, den am Stadttheater jeder Choreograf unterschreibt, enthält mindestens diesen Passus: «Ch. ist verpflichtet, verstorbene Personen des öffentlichen Lebens zu vertanzen, die jedermann geläufig sind.» Nach Frida Kahlo («Casa Azul») zerlegt ­Margue­rite Donlon nun den großen Komiker ­Bus­ter Keaton. Ebenfalls immer unterschrieben wird: «Ch. ist verpflichtet, bei großem Ensemble die Hauptrolle auf mehrere Nebenrollen zu verteilen.

» Bei Marguerite Donlon spielt Moon Suk Choi den Keaton, dazu gibt es einen «kleinen Buster» namens Masayoshi Katori und zwei Schatten-Keatons. Es ist nach Maryse Delente und Jiří Kylián der dritte Versuch, diesen großen Stummfilmstar mit dem tanzenden Slapstick zu verprügeln. Bei der gesehenen zweiten Vorstellung gab es dafür genau einen Lacher, vielleicht deshalb, weil Moon Suk Choi mit schwarzem Platthut und roter Nelke eher an einen grimassenlosen Charlie Chaplin erinnert, kaum an Keaton.

Chaplin zelebrierte einen Boxkampf etwa wie komisches Ballett. Buster Keaton dagegen bestand auf der rohen Brutalität. Er brauchte zum Witz immer die Wirklichkeit, einen Zyklon in «Steamboat Bill Jr.» oder eine zerstörte Lokomotive und eine Überschwemmung in ...

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Tanz Dezember 2010
Rubrik: kalender, Seite 40
von Arnd Wesemann

Vergriffen
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