persönlich
newcomer_________
julian weber
Einer trägt Helm. Oben drauf schwebt ein Mobile, eins wie von Alexander Calder. In der halben Stunde, die das «Museum der Repliken» in den Berliner Uferstudios dauert, hat der Behelmte die Bühne genau zur Hälfte gegen den Uhrzeigersinn umrundet. Er ist der Zeiger. Nicht Julian Weber zeigt. Der Choreograf trägt zwar lauter Skulpturen des Minimalismus der 1960er-Jahre in die weiße Galerie, aber Bühne links ist große Aktion: Fünf Männer auf Kothurnen rufen im Kanon: «Really, it was well made, no question».
Lautstark kommentiert der Chor das filigrane Solo, Webers feinfühlige Kontaktaufnahme mit den Kunstkopien: «Why do they always hide behind irony/abstraction/content?» Warum verstecken sich Künstler hinter Zitaten? Natürlich erinnert die Aktion an Tino Sehgals berühmten Chor «This is so contemporary!». Natürlich erinnert Julian Weber mit peitschenden Armen an Happenings und Aktionen wie «Huddle» von Simone Forti. Alles nur geklaut? Nein, Kunst ist gefangen in ihrem Kontext, ihrer Geschichte, ihrem Erbe. So unterrichtet es Berlins Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz als «Kontext» – die Erde ist rund und wiederholt sich ständig. Weber war dort einer ...
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Tanz Januar 2015
Rubrik: menschen, Seite 30
von
Das Farewell einer Ballerina mag viele Zuschauer mit Trauer erfüllen. Im Fall des New York City Ballet (NYCB) ist zumindest für Trost gesorgt. Auch wenn mit Wendy Whelan im Oktober ein strahlender Stern seinen Abschied genommen hat, verfügt die Kompanie über genügend Spitzensolisten, die das neoklassische Repertoire mit technischer Finesse und dramatischer Verve...
«Rodin und Claudel» lautet der erweiterte Titel, nach dem Pariser It-Couple an der Wende zum 19. Jahrhundert, nach dem Bildhauerpaar Auguste Rodin und Camille Claudel, oder nach Isabelle Adjani und Gérard Depardieu in dem Film «Camille Claudel» von 1988. Man sieht zunächst diesen ganz einfachen Plot: Junge Bildhauerin verliebt sich in älteren Meister, erobert ihn...
New York City Ballet’s four-week Winter Season offers 22 ballets that travel from the sublime to the austere to the frightening. Although the company’s most celebrated dancer, the luminous Wendy Whelan, just retired, most of the current principals are able to animate the neo-classical repertoire with sparkling technique and dramatic flair. Considering that NYCB...
