Der Nachtzug
Der Nachtzug ist eine wunderbare Bühne für tänzerische Auftritte aller Art. Natürlich kommt dafür grundsätzlich auch ein Nachtfernbus infrage, zumal inzwischen eine stattliche Flotte durchs Land kreuzt: von Stuttgart nach Berlin, von München nach Leipzig, von Hamburg nach Leverkusen – nein, Köln muss gerade mal aussetzen, aufgrund der innerstädtisch katastrophalen Verkehrssituation kann man da nirgends noch ein Omnibus-Terminal hinquetschen.
Im Nachtbus, sagen wir von Garmisch-Partenkirchen nach Halle (Abfahrt 20:40, Ankunft 11:15, ein Umstieg in Berlin), folgt die Choreografie allersimpelsten Spielregeln: Möglichst geschwind an der Einstiegs-Schlange vorbeidrücken, einen halbwegs angenehmen Sitzplatz errangeln, in der abgedunkelten Kabine dösen, bis auf der Hälfte der Strecke zwecks Blasenentleerung ein Rasthof angesteuert wird, Ausschwärmen zum WC (Tarif 70 Cent), gefolgt von kollektiver Drängelei vor der Süßwarentheke oder am Aschenbecher, zurück zum Platz, Weiterdösen und nach der Ankunft den Busfahrern «Dankeschön» sagen – so viel Freude haben Sie noch selten in Gesichtern aufblitzen sehen!
Der Nachtzug bietet indes erheblich mehr Bewegungsspielraum, verlangt den Fahrgästen ...
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Tanz Mai 2018
Rubrik: Warm-Up, Seite 1
von Dorion Weickmann
Gar nicht so leicht, sich von der Mutter abzunabeln. Besonders, wenn sie Pina Bausch heißt. Die tiefe emotionale und künstlerische Bindung an eine Bezugsperson kann dazu verleiten, in steriler Nachahmung und kreativer Aphasie steckenzubleiben. Die Choreografin Cristiana Morganti, von 1993 bis 2014 Tänzerin bei Bauschs Wuppertaler Tanztheater, hat beschlossen, ihren...
Hinter den Kulissen
geht es häufig genauso spannend, anregend und aufregend zu wie auf der Bühne. Deshalb werden wir uns künftig regelmäßig dort umsehen, um über Menschen, Metiers, Ent- und Verwicklungen zu berichten, die – mal mehr, mal weniger – mit Tanz zu tun haben. Die neue Serie startet mit dem Inspizienten Theater an der Parkaue Berlin.
Tanztheater...
Nach einer Viertelstunde ist erst mal Schluss. Eine freundliche Stimme wünscht jenen Zuschauern, die jetzt gehen möchten, einen angenehmen Heimweg. All jene aber, «die den gesamten Abend gebucht haben», können im Saal einen «aktuellen Kommentar zur Lage der Nation» hören – gesprochen, geseufzt oder geflüstert von keinem Geringeren als Joseph Beuys. Dessen «Ja, ja,...
