Gregor Zöllig: «Erste Symphonie von Johannes Brahms»
Gregor Zöllig «Erste Symphonie von Johannes Brahms»
Kunst macht Arbeit. Und auch Tanz will bewältigt werden. Leo Siberski spricht im Programmheft von einer «Physiognomie des Schaffens».
Ihr wollte der Dirigent der «Ersten Symphonie von Johannes Brahms» ebenso nachspüren wie Gregor Zöllig samt seinem Tanztheater: und lässt sein Stück vor dem eisernen Vorhang gemächlich angehen – mit einem Tänzer, der, Brahms trällernd, vor aller Augen seine Kleider wechselt. Kaum ist er so uniform wie alle, zwingen «unerbittliche Paukenschläge», wie der Dirigent schreibt, «harmonische Klangräume zur Expansion» – und damit die zehn Ensemblemitglieder in einen Einheitstrott, der in seinem drängendem Tempo, seinen kollektiven Strukturierungen etwas Unmenschliches, Fließbandhaftes hat. Kein Wunder: Die ganze Mannschaft tat sich im Zug ihrer Recherchen in entsprechenden Betrieben um und setzte die gesammelten Erfahrungen in eine Choreografie um, die sowohl den Rhythmus der Symphonie reflektiert als auch die Hektik unserer Arbeitswelt ahnen lässt.
Dieser Reibungsfläche ist es zu danken, wenn der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Was andere davon abhält, die Tanzfläche überhaupt zu betreten – für Patie Ventre gibt es kaum etwas Schöneres: Ihr Tanzpartner hat zwei linke Füße. Dafür lässt er sich aber bereitwillig kommandieren. Tritt er ihr auf die Zehen – seine schmachtend treuen Hundeaugen entschädigen für alles.
Die flamboyante US-Amerikanerin und, ihr gleich, wetteifernde regionale,...
Auf den Gletscher
geht’s alle Jahre wieder am 24. April. Dann bringt Hubert Lepka mit seiner Kompanie Lawine Torrèn elefantöse Pistenbullys und Hubschrauber ins österreichische Sölden, damit Hannibal es noch einmal wagen darf, die Ötztaler Alpen am Rettenbachgletscher mit 60 000 Mann zu überqueren. Das Spektakel für über tausend Zuschauer in der Kälte ist...
Jean-Georges Noverre schäumt vor Wut in seinem VIII. Brief über die Tanzkunst:Der Tanz, ganz und gar zu Hause in der Oper und wie keine andere Kunst begabt, diese wieder glaubwürdig und anrührend zu machen, ausgerechnet der Tanz verkommt in der Hand von Ignoranten zum gefälligen Ornament. Anstatt die erneuernden Kräfte der Bewegung zu nutzen! Man müsse «die Autoren...
