wiesbaden: stephan thoss «made in love»
«Made in Love» steht auf dem Etikett des jüngsten Dreier-Abends am Hessischen Staatstheater. Wäre dieser ein Pullover, sähe sein Rumpfteil dank vertracktem Muster super aus, ein Ärmel erschiene kurz und gut, der andere dagegen halblang und verzogen. Diesen fehlerhaften Abschnitt hat Giuseppe Spota geliefert, Tänzer im Ensemble, der inzwischen auch als Choreograf aktiv ist, sogar wettbewerbspreisgekrönt. In «Abi/Tiamo» aber verliert er sich im selbst entworfenen Bühnenbild.
Die Menschen behindern sich mit Wänden, meint er laut Programmheft, also stellt er Wände hin: gebogen, verschiebbar, mal mit Durchgang, mal ohne. Wird es umgerannt, mutiert so ein Ding zum Brücklein, das unter den Tänzerschritten unfreiwillig scheppert. Mann und Frau, Frank Fannar Pedersen und Ayumi Sagawa, haben manchmal ein eiliges Duett. Sie geht dabei zu Boden. Die Hast treibt sie auseinander, zumal da häufig auch noch sechs Ablenker herumquirlen mit gespenstisch geweißten Gesichtern. Sie gehören vielleicht zu der hinten auf einem weißen Riesenrock thronenden Frau. Die Mutterkomplexfee, umsäuselt von Phil-Glass-Streichern.
Ballettdirektor Stephan Thoss beglückt vorneweg mit zwei neuen Stücken, für die er ...
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Tanz Januar 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 44
von Melanie Suchy
tanz__Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance
__Herausgeber
Friedrich Berlin Verlag
__Redaktion
Hartmut Regitz, Arnd Wesemann
Mitarbeit: Dorion Weickmann,
Sofie Goblirsch, Marc Staudacher,
Franziska Buhre
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Marina...
1933, 1949, 2003. Dies sind die Uraufführungsdaten dreier höchst unterschiedlicher Choreografien, die das Bayerische Staatsballett unter dem programmatischen Titel «For-ever Young» zu einer Triple Bill zusammengespannt hat. Die behauptete ewige Jugend der beiden historischen Stücke soll sich, so scheint es, am dritten und jüngsten im Bund, an Russell Maliphants...
Bei ihm reicht die Eleganz bis in die Spitzen seiner unglaublich langen Finger. Mit ihnen musste sich Josh Johnson zunächst vortasten in die unendlich kombinierbaren Knick- und-Drehmomente aller Glieder und die vertrackten «tasks» des Choreografen William Forsythe. Der Tänzer der Forsythe Company stammt aus dem kalifornischen Mission Hills. «1987» steht tätowiert...
