Bücher, CD, DVDs Februar 2018
Reader: Manifeste
«No to spectacle» heißt der erste Satz des 1965 verfassten «No Manifesto» der Choreografin Yvonne Rainer. Es war eine wütende Absage an die vorherrschende Tanzpraxis, ein Nein auch zur Virtuosität, zum Starkult, zur Exzentrik. Und es wurde zu einem der wirkmächtigsten Manifeste der Tanzgeschichte überhaupt. Bis heute wird Rainers Statement immer wieder angeführt, obwohl sie es 2008 – halbwegs – widerrief.
Allein der Ort des Erscheinens, auf Seite 178 der Fachzeitschrift «The Tulane Drama Review», war wohl kaum geeignet, größere Wirkung zu erzeugen.
Aber das, was die Werbung ein «Mem» nennt – eine leicht merkbare Botschaft –, pflanzte sich, einmal entdeckt, fort in die Hirne von Millionen von Tanzstudierenden. Auf eine ähnliche Wirkung hoffen seither Künstler aller Gattungen: Chris Verdonck etwa mit seiner Charta zur Nachhaltigkeit (2011), Mårten Spångberg mit seinen «Seventeen Points for The Future of Dance» (2012) oder Mette Ingvartsen mit ihrem «Yes Manifesto» (2004/5). Sie alle bleiben in der Spur von Künstlergruppen, die sich seit den 1960er-Jahren über Manifeste abgegrenzt und aus der Negation heraus ihre Positionen gesucht haben. Sobald Manifeste jedoch, ...
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Tanz Februar 2018
Rubrik: Medien, Seite 64
von Red.
Auditions
Staatsballett Berlin
The incoming General Artistic Directors Johannes Öhman and Sasha Waltz are looking for female and male classical and contemporary dancers. Audition (by invitation only): 10 March Apply at: www.stageaxis.com
The Artistic Director of Tanz Luzerner Theater, Kathleen McNurney, is looking for female and male dancers with a strong...
Als Kind der 1970er- und 1980er-Jahre kommt man sich in Zürich nicht nur alt vor, wenn der Rücken zwickt beim Aufstehen. Ausgerechnet im Tanz fühlt man sich häufig zurückgeworfen in einen Diskurs, den zu überwinden schon die 68er geglaubt hatten. Da feiern Themen Wiederauferstehung, die ganz ohne Nostalgie an die Zwänge der 1960er-Jahre erinnern: Es geht um...
«Wie war ich?» Wenn eine Tänzerin nach der Aufführung so fragt, geht es nicht unbedingt um Hebefiguren, Headspins oder Spagat. Genauso wichtig ist eine gute Vorstellung am Ende des Auftritts. Oder umgekehrt: Ein guter Auftritt nach der Vorstellung. Nicht erst im Cocktailkleid auf dem Empfang, sondern schon vorher, wenn sich der Vorhang hebt, zum Applaus. Wenn das...
