DVD
Viele Ballette des 19. Jahrhunderts fielen in den tiefen Brunnen der Vergangenheit. Obwohl man gern wüsste, wie Marius Petipas zweites Ballett für das St. Petersburger Mariinsky, die 1862 auf eine possierliche Tschingbum-Musik von Cesare Pugni entstandene Tochter des Pharao ausgesehen hat.
Dieses vier Stunden lange Ägypten-Ding, ästhetischer Nachklapp auf Napoleons Orient-Feldzug und die folgende Art-déco-Mode zur Entdeckung des Tutenchamun--Grabs vorwegnehmend, wurde 1928 letztmals gespielt und ist verloren – weil die damalige Ballerina, die 18-jährig ein einziges Mal das antike Königskind getanzt hat, sich an nichts mehr erinnern kann. So schlägt die Stunde des globalen Rekonstrukteurs Pierre Lacotte, der am sich wieder international profilierenden Bolshoi Ballett in Moskau zugeschlagen hat. Aus dem Nichts schafft er einen flotten Zweistünder à la Petipa. Wie gestochen die technische Perfektion von der ehemaligen Mariinsky-Ballerina Svetlana Zarkhova in der Titelrolle. Erst mit der Zeit wirkt die platte Fabel nach Théophile Gautier samt Löwenjagd, Unterwasserballett und pyramidalen Defilees reichlich schematisch – trotz Streitwagen mit echtem Schimmel, falschen Affen und noch ...
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This is a full-length ballet on the life of Pyotr Tchaikovsky set to the composer’s own music. What makes a biographical work interesting is not just “the truth” but an interesting take on the person concerned. “RE:Tjajkovskij” provides this by contradicting the popular myth and portraying the composer as a successful dissident.
The first of the ballet’s two acts...
