Serie Tanz-Moden: Titanias Tutu
In der Volksoper Wien läuft «Ein Sommernachtstraum» von Jorma Elo mit dem Wiener Staatsballett. Das mit dem Benois de la Danse ausgezeichnete Ballett kam 2010 in der Wiener Staatsoper zur Uraufführung. Auch die Kostümbildnerin hätte diesen Tanz-Oscar verdient gehabt: Sandra Woodall ließ sich von der Natur inspirieren, Moose, Flechten, Pilze, Schmetterlingsflügel und Tierfellmuster finden sich auf dem Tutu der Titania. Woodall legte die Organismen quasi unters Mikroskop, um sichtbar zu machen, was mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen ist.
Es wirkt, als hätte sie in den Körper selbst hineingeforscht, um Knochenstrukturen und Zellaufbauten zu zeigen.
Auch unter der Oberfläche des Tutus finden sich jede Menge ungewöhnliche Strukturen und Aufbauten. Das hier ist keines jener gebräuchlichen Exemplare, die in Schichten von eingekraustem Tüll zu runden Tellern werden. Vielmehr liegen zwischen einer steifen Gaze aus Perlondraht und Goldtüll elliptische Plastikreifen, die so angeordnet sind, dass das Tutu nicht nur steht, sondern sich in einer Welle biegt.
Um diese Welle zu kreieren, muss man ein genaues Verhältnis von Zug und Druck zwischen den Reifen, der Gaze und dem Obermaterial ...
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Tanz Juni 2013
Rubrik: praxis, Seite 72
von Stephanie Bäuerle und Melanie Jane Frost
Sie sind bekannt als Lehrer für Kontaktimprovisation. Seit ein paar Jahren bieten Sie auch Contango an. Was ist das?
Contango ist, wie es der Name andeutet, eine Verbindung aus Kontaktimprovisation, Tango Argentino und freiem Tanzen. Es war eine logische Entwicklung, dass diese beiden Tanzformen irgendwann zusammenkommen.
Wann war das, wie ist Contango entstanden?
...
Es ist ein Gefühl wie zwischen Speed-Dating und Tanzcafé. Der Blick der Frau mittleren Alters mit grauem Wuschelkopf gleitet über die Gesichter der Neuankömmlinge im Eingangsbereich. Bei mir bleibt er haften. Sie ist höflich: «Ich freue mich, dass Sie da sind. Darf ich Ihnen eine Geschichte erzählen?» Sie führt mich an ihren Platz, zwei leere Stühle ohne Tisch. Der...
1981, Harlem, New York. Ein älterer, leicht besoffener Herr zuckt unkontrolliert mit den Schultern: Erst schießt die linke nach oben, dann schiebt sich mit der Hüfte auch die rechte Schulter nach vorn. Sein Unterkörper bewegt sich in stoßartigen Bewegungen rhythmisch vor und zurück. Der ganze Körper gerät in epileptisches Schütteln und Rütteln. Was dieser Mann...
