barocke lust

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Mehr Garnelen im Salat, bitte! Dann brächen vielleicht wieder barocke Zeiten,

der Verschwendung und des Genusses an. Dem Barock hat der Tanz viel zu verdanken – damals wurde der Tanz zum Berufsfeld mit akademischem Ansehen. Begibt er sich heute erneut auf die Spur barocker Sinnen- und Verschwendungs­lust? Oder hätten wir das nur gern, angesichts einer Staatsverschuldung, die in jeder Sekunde um 2500 Euro wächst? Es gibt Halt, sich in Krisenzeiten an historische Etiketten zu klammern, den Historismus hochleben zu lassen und im Stil ver­gangener Zeiten zu repräsentieren.

Stichwort: Re-Enactment. Aber die Regulierungswut der Schrittkodifizierer von gestern hat den Tanz auch einiges gekostet. Auf der Strecke blieben das Spektakel und die Freiheit (S. 58). 

 

Mehr Emotion, bitte! Fordert die Schauspielerin Corinna Harfouch von ihren Choreografenkollegen ebenso wie vom Publikum. Wer nur intellektuelle Selbstreferenzialität betreibt, dem droht sie an, selbst auf die Bühne zu gehen und mitzumachen. Dabei hat Corinna Harfouch gerade ihr erstes eigenes Stück Tanztheater vorgelegt, ein Spiel mit Raum, Bewegung, Text und Musik nach Marguerite Duras’ Roman «Der Schmerz». Was sie sonst noch zum ...

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Tanz Juni 2010
Rubrik: editorial, Seite 1
von

Vergriffen
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Klaus Mann

 

Sohn von Thomas Mann, begann mit 18 zu schreiben. Zu seiner ersten Arbeit aus dem Jahr 1926 zählt das Libretto «Die zerbrochenen Spiegel». Hier greift er die soziale Situation in Deutschland während der Inflation im Jahr 1923 auf, macht die tänzerische Aufbruchstimmung jener Zeit deutlich, die im Widerstreit von Ausdruckstanz versus Ballett kulminierte. Im Rahmen...

mehr emotion!

Warum tanzt ihr nicht? 

Die «Tanztage Berlin», ein Festival für den Nachwuchs des zeitgenössischen Tanzes. Die Schauspielerin Corinna Harfouch ist ratlos: «Warum diese Tanzverweigerung?» Ihre aus den Publikumsreihen in den Raum geworfene Frage trifft auf ein Podium – das schweigt. Auch die zum Choreografengespräch geladene Meg Stuart. Nur eine junge Choreografin...

Romeo und Julia

Irgendwann musste auch er sich des Stoffs annehmen. Für Mauro Bigonzetti gehört «Romeo und Julia» einfach «zur DNA eines jeden Choreografen». So formuliert er es in der Einführung, die der Live-Aufnahme seiner «Romeo und Julia» aus dem Jahr 2006 vorangestellt ist. Anstatt die Geschichte der beiden unglücklich Verliebten nachzuerzählen, extrahiert Bigonzetti die...