Evry Body Loves Parkour
Zweieinhalb Jahrhunderte nach Noverres «Lettres sur la danse et sur les ballets» geht wieder ein Ensemble französischer Begriffe um die Welt. Auf den danseur étoile folgt der traceur, auf den entrechat der saut de chat. Mit Katzen können es die traceurs aufnehmen. Sie springen waagerechter, höher, choreografischer und klettern teamfreudiger als die geschmeidigsten unserer miauenden Hausgenossinnen. Begriffe wie passe-muraille, tic-tac oder saut de détente sind bei ihnen fest etabliert. Es kommen auch englische wie backflip oder wallflip dazu.
Ein Beweis dafür, dass Parkour, eine Kunst der Fortbewegung, der art du déplacement, über keinen Noverre verfügt, der hier die Sprünge dieser Disziplin in einem traité festschriebe. Und wozu auch? Frankreich hat längst nicht mehr die Dominanz und das Prestige wie noch im 18. Jahrhundert. Die traceurs waren von Anfang an ihre eigenen Theoretiker. In David Belle und den Yamakasi haben sie ihre eigenen Leitfiguren, die eine moralische Autorität verkörpern wie einst Afrika Bambaataa und seine Zulu Nation im HipHop. Die Herausforderung: Wege probieren, die niemand zuvor gegangen ist, in möglichst gerader Linie, alle Hindernisse elegant überwindend, ...
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«Ich bin Gott», notiert er Anfang 1919 in sein Tagebuch – und hatte recht, was seine Kunst betrifft, die ihn in den Augen seiner Zeitgenossen anbetungswürdig macht. Aber er meint wenig später auch: «Ich bin nicht Gott ... Ich bin kein Mensch ... Ich bin ein wildes Tier und ein Räuber ... Ich bin nicht Nijinsky, wie Sie denken ... Nijinsky, das bin ich.»...
Pascal Touzeau wird 2009 Ballettdirektor am Staatstheater Mainz. Er übernimmt den Posten von Martin Schläpfer, der nach Düsseldorf wechselt. Vor 39 Jahren in Bordeaux geboren, tanzte Touzeau erst in Bonn bei Youri Vàmos und als Solist in Wiesbaden bei Pierre Wyss. Es folgten zehn Jahre am Ballett Frankfurt bei William Forsythe. Nebenan am Mousonturm versuchte er...
ist der bekannteste Choreograf in Maputo, Hauptstadt von Mozambique. Seine kleine Tanzorganisation «CulturArte» ist ein Büro im ersten Stock an der Avenida Mao Tse Tung. «Meine Schaltung nach Europa», sagt er. Ohne die Brüsseler Schule P.A.R.T.S, das portugiesische Tanzfestival Alkantara und das französische Kulturzentrum in Maputo gäbe es keinen Choreografen...
