Avantgarde! Subversion! Testosteron!
Auch wenn es nicht immer danach aussieht, hat das Theaterkritikerleben durchaus seine angenehmen Seiten. Was bis dato allerdings wirklich nicht dazu gehörte, ist ein chronisch erhöhter mentaler Wellness-Faktor.
Mit meinem Eintritt in die Jury des Impulse-Festivals vor zwei Jahren hat sich das fundamental geändert.
Während sich zum Beispiel das Auswahlgremium fürs Theatertreffen kaum, dass die Berliner Festspiele die Liste rundgemailt haben, auf Schritt und Tritt für nie wieder gut zu machende Versäumnisse und noch schwerer wiegende Geschmacksverirrungen zu rechtfertigen hat, schlugen mir nach Bekanntgabe des Impulse-Programms aus der Kollegenschaft verdächtig warmherzige Töne entgegen. «Total interessante Auswahl», «superspannend», «da muss ich echt mal nach NRW» – mit anderen Worten: Die professionelle Komplimentenkette wollte gar nicht mehr abreißen.
Mit minimalem investigativen Aufwand konnte der außergewöhnliche Vorgang schnell geklärt werden: Jenseits von Szene-übergreifenden Künstlern wie Hans-Werner Kroesinger oder Gob Squad fielen – ähnlich wie mir vor zwei Jahren – den Kollegen einfach gar nicht genügend Alternativen aus dem freien Betrieb ein, um ein ernsthaftes ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Volkstheater-Chef Christian Stückl hat zuletzt in München mit einem jugendfrischen «Richard III.» überzeugt. Jetzt legt er auf der Shakespeare-Spur mit «Hamlet» nach. Mit Shakespeares «Othello» setzt Jette Steckel am Deutschen Theater Berlin die mit «Herz der Finsternis» und Lukas Bärfuss’ «Öl» gestartete Suche nach der Begegnung mit dem Fremden fort, den Mohr von...
Aachen, Theater
Kasse: 0241/47 84 244
6. Ensemble-Projekt, «Robin Hood», R. Martin Philipp
20. Gintersdorfer/Klaßen, «Très, très fort» (U), R. Monika Gintersdorfer
Aalen, Theater der Stadt
Kasse: 07361/522 600
26. Lange, «Drachentod und Käsebrot», R. Jakob Strack
Altenburg/Gera, TPT
Kasse Altenburg: 03447/585 161
Kasse Gera: 0365/7736343
13. ...
Zurücktreten bitte, eine Zugdurchfahrt» – mehrmals in der Stunde werden die vielen Züge angekündigt, die durchs brandenburgische Wittenberge fahren. Sie halten nur selten an. Die Stadt erscheint auf den ersten Blick als geeignetes Labor, sich dem Leben im Umbruch zu nähern, denn hier zog mit der Wende die nachindustrielle Ära jäh ein. Auf einen Schlag waren...
