regensburg: Olaf Schmidt «Die Geschichte Lilith»
Der Titel klingt harmlos. «Die Geschichte Lilith» hat Regensburgs Ballettdirektor Olaf Schmidt seine neue Choreografie genannt. Als könnte sie von jener Lilith handeln, die in altsumerischer und altbabylonischer Zeit als Gottheit angebetet wurde und in der jüdischen Mythologie eine Rolle spielt: nämlich als erste Frau Adams. Lilith wurde, so geht die Sage, von Gott aus demselben Lehm wie Adam geformt, doch sie hielt sich nicht an die Ermahnung Gottes, Adam stets untertan zu sein.
Stattdessen stritt sie sich mit Adam und verließ schließlich das Paradies, um in der Wüste jeden Tag tausend Kinder zu gebären. Adam bekam dann Eva als zweite Partnerin geschenkt; Lilith hingegen blieb unsterblich, weil sie nie vom Baum der Erkenntnis gekostet hat.
Seither kennen wir Lilith als eine Art nächtlichen Dämon, als Gegenspielerin zu Eva: verführerisch, selbstständig, aufsässig. Natürlich gibt es in diesem Ballett eine Gestalt, die sofort als Titelfigur zu erkennen ist. Keine Tänzerin, kein Tänzer allerdings verkörpert diese Lilith, sondern ein Sänger im Kleid: Georgette Dee, die Berliner Diva und Diseuse.
Sie bestreitet musikalisch den Abend im Velodrom, der zweiten Spielstätte des Regensburger ...
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