paris: William Forsythe: «Sider»
Zumindest über ein Wortspiel kann man ungeniert lachen. Das geht so: «For four you need two two.» Das Zahlwort lässt sich auch aussprechen wie im Englischen das «Tutu». Und keiner braucht ein Tutu weniger als William Forsythe. Haha. Zu lachen gab’s noch jede Menge in dieser 70 Minuten kurzen Neuschöpfung mit dem kryptischen Titel «Sider». Aber das war eher Verlegenheitslachen oder Gelächter mit Beigeschmack: Der hat sie doch nicht alle. Weil Forsythe aber nichts unreflektiert tut, muss sich «Sider», im Festspielhaus Hellerau uraufgeführt, irgendwie doch entschlüsseln lassen.
Internet, hilf! Man entdeckt einen Philosophen namens Ted Sider, der mit vierdimensionaler Ontologie beschäftigt ist. Da er nämlich die Metaphysik in seine Lehre mit einbezieht, könnte man das, was man nicht versteht, einfach auf das Unerklärliche schieben. Auch die rätselhaften Sätze als Projektionen an der Wand. Ein Mann trägt bereits ziemlich am Anfang eine Pappe vor
sich her, auf der «in disarray» geschrieben steht – in Unordnung, Verwirrung. Das ist wohl Programm.
Da sich Sider auch mit Problemen der Sprachphilosophie beschäftigt, könnte man Aussagen wie «She is to them as they are to us», die sich in ...
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Tanz Dezember 2011
Rubrik: kalender und kritik, Seite 52
von Eva-Elisabeth Fischer
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