europa fördert
Nennen wir ihn der Einfachheit halber Mitch. Mitch ist Tänzer, auch Choreograf, und hat eine Vorliebe für «Crossover». Sein Freund ist Musiker. Gelegentlich tanzt Mitch ein elaboriertes Solo zu dessen Livekonzerten. Schwer beeindruckt sind die beiden von ihren anderen Künstlerfreunden, Malern, Zeichnern und Bildhauern, auch wenn man in ihren Kreisen eine allzu genaue Zuordnung eines Tanzstils ebenso ablehnt wie die Festlegung auf nur eine Kunstrichtung. Man kann nicht behaupten, dass diese Haltung ihrer Künstlerkarriere bislang genutzt hat.
Aber sie leben ja und überdies in einem internationalen Netzwerk. In ihren Kreisen diskutiert man gern Fragen wie: Warum Tanz eigentlich in eine Black Box gehört, bildende Kunst in einem White Cube ausgestellt werden muss, und was genau das ist: der Klangraum der Musik? Die Klage, wie sehr solche architektonischen Festlegungen ihre jeweiligen Sparten beengen, haben sie schon bei mancher Flasche Wein gemeinsam erhoben.
Irgendwann ist die Sache mit der Box, dem Cube und dem Hörraum zu einer fixen Idee geworden. «Dice», der Würfel, findet Mitch, wäre ein gutes Bild für den Käfig der Künste. «Dice» könnte man eine Kompanie nennen oder ein ...
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Tanz Mai 2015
Rubrik: praxis, Seite 68
von Arnd Wesemann
war wohl doch nicht die Richtige: im April vorigen Jahres war die Ballettmeisterin zur Leiterin des Cedar Lake Contemporary Ballet ernannt worden, ein Jahr später macht die Kompanie nun zu. Mit einer nüchternen Mitteilung auf der Homepage kündigte Damiani am 20. März das Ende der 16-köpfigen New Yorker Avantgarde-Truppe an; Vorstellungstermine im Mai und Juni...
short cuts_________
Zuletzt arbeitete Lynne R. Charles als Ballettmeisterin am Ballett im
Revier. Mit Wirkung vom 1. April wurde die langjährige Béjart- und Neumeier-Interpretin als Professorin für Klassischen Tanz im Fachbereich 3 an die Folkwang Universität der Künste verpflichtet. Gelsenkirchen wird die Amerikanerin allerdings nicht ganz verloren gehen. Bei...
Sie ist die ungekrönte Königin der Grimassenkultur. Marlene Monteiro Freitas, aus ihrer kapverdischen Heimat nach Lissabon gelangt, stellt alle Begriffe von Ästhetik auf den Prüfstand. Sie hält es mit Performance, Clown und Karneval, mit Punk und Martialischem. Schon ihr irrwitziges Solo «Guintche» setzte ein Ausrufezeichen, wie man es in der Tanzlandschaft kaum...
