persönlich
newcomer_________
adam linder
«Context rules everthing around me.» Adam Linder schwingt den Besen. Er befreit die Bühne von allem, was über sie gegangen oder getanzt ist, um danach einen sinnlich-parodistischen Diskurs anzuzetteln. Was sagt uns der Rap als Antwort auf das Theater und dessen festgefahrene Erzählformen? Das fragt der in Berlin lebende Australier in seiner am Hamburger K3-Zentrum für Choreografie entwickelten One-Man-Show «Cult to the Built on What». Das Solo entpuppt sich als erfrischend unprätentiöser Dialog mit dem Publikum.
Rappen dient Linder als Instrument, um die theaterdominante Narration aufzubrechen. Der experimentelle und umgangssprachliche rhythmische Sprechgesang vermag, wie er meint, herrschende Sprach-, Denk- und Organisationssysteme in Kunst und Gesellschaft zu destabilisieren. Das lässig von ihm geschulterte Stehpult symbolisiert zweifellos auch der akademische Katheder – ein zerbrechliches Postament, auf dem die elitäre bürgerliche Kultur ruht. Mal faunhaft werbend, mal robotergelenkig springend umtanzt Linder das «Objekt der Begierde», huldigt ihm mit ballerinohaftem Kniefall, verhöhnt es Reime rappend. Er stellt klassische Posen aus, um sie grob zu ...
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Tanz Oktober 2013
Rubrik: menschen, Seite 26
von
Dieser Mann spielt in einer eigenen Liga. Mikhail Baryshnikov ist Künstler durch und durch und einer, der in keine wohlfeile Schublade passt. 1974 kehrte der Ausnahme-Ballerino der Sowjetunion den Rücken, floh aus dem goldenen Kirow-Käfig in den Westen, um dort eine spektakuläre Karriere zu starten. Er glänzte an der Seite so illustrer Kolleginnen wie Natalia...
Stephanie Pistel, warum brauchen Sie als Mode-Fotografin für Ihre Shoots ausgerechnet Tänzer von Het Nationale Ballet in Amsterdam?
Weil ich eine Vorliebe für Tänzer habe, weniger für Models. Models verlassen sich auf ihr Standardmenü von Posen und Looks. Tänzer verfügen über viel mehr Möglichkeiten, was Körper- und Gesichtsausdrücke angeht.
Wieso werden Tänzer...
im kino_________
what moves you
Nein, es ist nicht der Rhythmus. Was vor gut einem Jahr 83 Jugendliche aus 14 Nationen bei einem vierwöchigen Education Projekt in Berlin so bewegt, ist etwas ganz anderes – eine «Seelengymnastik», wie ein beteiligter Choreograf vereinfachend meint, eine Möglichkeit, sich neu zu justieren. Nicht zuletzt aber eine Art des Tanzes, die...
