Johannes Wieland «Marianengraben» in Kassel
Wieder am 2. April in Kassel
Zwei Herren kreiseln mit ihren Schultern. Die eng am Körper geführten Arme sehen aus, als drehten sie am Rad, als kurbelten sie eine Spieluhr an, als bewegten sie jenes suboptimale Hamsterrad, das man Leben nennt und von dem keiner weiß, ob es einem selber gehört oder einem ganz besonderen Treibstoff gehorcht: der Angst. Wie tief diese Angst sitzt, darauf zeigt der Titel «marianengraben» des seit zehn Jahren in Kassel tätigen Berliner Choreografen Johannes Wieland.
Angst ist etwas, das hier dauernd aufsteigt. Angst eröffnet ein Kapitel und noch eins.
Immer wieder eilen die Herren zu ihrer Arbeit und rudern mit den Armen im Nichts. Wieder probt Valentine Yannopoulos eine weiche, sehr körperbewusste Form des zeitgenössischen Tanzes. Wieder strahlt das Bühnenlicht gleißend auf und verglüht. So streng strukturiert und rhythmisiert das Ganze durch einen gut sortierten Eklektizismus angesagter Musiksamples auch wirkt, das Auge des Zuschauers findet Ruhe allein vor einem Bild an der Rückwand.
Es zeigt einen Sonnenaufgang mit Palmen. Gleich neben der Sonne ist der Vollmond platziert. Unheimlich, aber schön. Neben dem Leuchtbild steht eine Tanzstange aus einem Striptease-Club. Shafiki ...
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Tanz März 2017
Rubrik: Kalender, Seite 40
von Arnd Wesemann
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