Pina Bausch: Das Koreastück
Vergorener Chinakohl würde vermutlich zu stark riechen. Außerdem ist er zu klein geschnitten, als dass man ihn als Fächer benutzen könnte. Food Art in Wuppertal: Rainer Behr wird demnach mit frischem Chinakohl belegt; dessen Blätter taugen den Frauen als grüne Wedel. So sieht es aus mit Pina Bauschs Souvenirs aus Korea – man übernimmt das, was ein jeder assoziativ als koreanisch erkennt und fertigt daraus eine Light-Version für daheim. Wie das mit den fremden Speisen hierzulande auch passiert. Kimchi mild – Mildessa, made in Elberfeld.
Die magere Ausbeute aus der Koproduktionsstadt Seoul reicht gerade einmal für halb gare Szenen wie diese. Wer zu viel Kraut isst, produziert viel heiße Luft. Die weht in zweieinhalb Stunden von der Bühne herüber und transportiert eine ernüchternde Botschaft. Das neue Stück hat diesmal nicht nur keinen Titel. Es fehlen Idee, Inhalt, Timing und Dramaturgie. Das geht sogar so weit, dass nicht einmal mehr die Tänze beglückten, die bisher doch jedes noch so schwache Bausch-Stück gerettet haben. Hier sieht man den faden Abklatsch des Oft-Gesehenen, dargeboten als müdes Selbstzitat. Doch den größten Bärendienst haben Pina Bausch diesmal die Musikmixer und ...
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