Romeo und Julia

Wir verschenken die DVD «Romeo und Julia» von Mauro Bigonzetti.

Tanz - Logo

Irgendwann musste auch er sich des Stoffs annehmen. Für Mauro Bigonzetti gehört «Romeo und Julia» einfach «zur DNA eines jeden Choreografen». So formuliert er es in der Einführung, die der Live-Aufnahme seiner «Romeo und Julia» aus dem Jahr 2006 vorangestellt ist. Anstatt die Geschichte der beiden unglücklich Verliebten nachzuerzählen, extrahiert Bigonzetti die Essenz des Themas, die Konfliktfelder Kampf und Liebe.

Darum gibt es keine Julia, keinen Romeo, nichts mehr von der übrigen Personage, nur eine Gang von neun Tänzern und neun Tänzerinnen, die bisweilen in modischer Lederkluft auftreten. Angesiedelt in einem futuristischen Endzeitambiente mit zwei riesigen Ventilatoren, das der italienische Künstler Fabrizio Plessi gebaut hat, entfalten die Mitglieder von Aterballetto einen gewaltigen Furor in der für Bigonzetti typischen Mischung aus modernem und klassischem Tanz, mit engem Bezug zur Musik Sergei Prokof­jews. Die hat sich Bigonzetti, da er sich eh nicht an den Plot hält, von Bruno Moretti in eine neue Reihenfolge bringen lassen.
 

Auffälligstes Requisit des Stücks ist ein halbkugelförmiger Klumpen, einem Motorradhelm ähnlich, mit dem sich die Tänzer abmühen, der sie ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juni 2010
Rubrik: medien: auf dvd, Seite 56
von Klaus Kieser

Vergriffen
Weitere Beiträge
der fluch der karibik

Chantal Loïal, Sie sind eine choreografische Öko-Botschafterin. Ihr neues Stück «Zandoli pa tini pat» verurteilt die Verwendung krebserregender Pestizide auf Martinique und Guadeloupe, die in Europa schon lange verboten sind.
Der Giftstoff, bei uns als Chlordécone bekannt und verwandt mit DDT, hat die Böden und das Grundwasser verseucht. Mitten im Paradies finden...

Anu Viheriäranta

Selten musste sich eine Kompanie derart sputen, eine Tänzerin zu befördern, wie das Niederländische Nationalballett in Amsterdam. Dort tanzte die 28-jährige Finnin Anu Viheriäranta bislang die zweite Besetzung. 1998 gewann sie zwar den «Prix de Lausanne» und zog an die Royal Ballet School nach London. Ab August wird die seit 2005 in Amsterdam lebende Ballerina aber...

das geschlecht ist egal

Marco Goecke, hat «Orlando» Sie gefunden, oder haben Sie «Orlando» gefunden?
Das Buch kenne ich noch aus Münchner Zeiten. Als ich dort studierte, lief der Film von Sally Potter mit Tilda Swinton in der Titelrolle, den ich damals toll fand. Heute finde ich ihn nicht mehr so spannend. Das Buch hatte ich schon viel früher gelesen, es war immer in meinem Kopf wie im...