Fünfundvierzig Tonnen Technik
Die Met eröffnete ihre Saison mit dem Auftakt eines Unternehmens, das für das Haus sowohl in finanzieller als auch in künstlerischer Hinsicht von großer Bedeutung ist: Als erste Lieferung der lange angekündigten Neuproduktion des «Ring»-Zyklus präsentierte man «Das Rheingold» in der Regie von Robert Lepage. Rund 16 Millionen Dollar, so wird berichtet, umfasse das Budget für die vier Abende, zusätzlich fielen zwei Millionen Dollar als Sonderausgaben für die Verstärkung der Bühnenstatik an.
Schnell wurden angesichts solcher Gigantomanie Erinnerungen an Franco Zeffirellis wahnwitzigen Ausstattungsaufwand für Samuel Barbers «Antonius und Cleopatra» wach – mithin an jene Produktion, die 1966 das neue Met-Domizil im Lincoln Center eröffnete und sogleich die Bühnentechnik (samt Barbers Opernkarriere) ruinierte.
Derzeit gibt es viel Anlass, sich um die wirtschaftliche Verfassung der Met zu sorgen, zumal die nationale und internationale Finanzkrise nach wie vor andauert. Zwar hat sich die HD-Initiative des Hauses als Publikumserfolg erwiesen: Die weltweite (Live-)Übertragung zahlreicher Met-Produktionen in Kinos und via Internet hat das Haus auch einem Massenpublikum bekannt gemacht. ...
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