Die Verwandlung der Welt durch Liebe

Außerhalb Russlands wird Nikolai Rimsky-Korsakow gern als erzkonservativer Schulmeister abgetan, der unter anderem Mussorgskys Modernität nivellierte. Hundert Jahre nach seinem Tod ist es an der Zeit, genauer hinzuschauen und hinzuhören.

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Im Westen kennt man Nikolai Rimsky-Korsakow als fantasievollen musikalischen Märchenerzähler durch seine sinfonische Suite «Scheherazade». Man rühmt ihn als glänzenden Koloristen in viel gespielten Orchesterwerken wie dem «Capriccio espagnol» oder der Ouvertüre «Russische Ostern». Und man kennt den in zahllosen Transskriptionen verbreiteten «Hummelflug».

Die wenigsten dürften wissen, dass es sich dabei um ein instrumentales Zwischenspiel aus einer Oper handelt und zwar aus jener mit dem Bandwurmtitel «Das Märchen vom Zaren Saltan, von seinem Sohn, dem ruhmreichen und mächtigen Recken Fürst Gwidon Saltanowitsch, und von der wunderschönen Schwanenzarewna». Jemals gehört oder gesehen?

«Ich bin ein mittlerer Charakter»

«Ich bin ein mittlerer Charakter, war es immer und werde es immer bleiben – bis zum Ende», schrieb der Komponist 1905, drei Jahre vor seinem Tod, an den Librettisten Wladimir Belski. Rimsky-Korsakow war ein scheu in sich zurückgezogener, reservierter, zu neurotischen Selbstzweifeln neigender Melancholiker, der uns auch in seinen lesenswerten, sachlich gehaltenen Erinnerungen mit dem bezeichnenden Titel «Chronik meines musikalischen Lebens» kaum Einblicke in seine Psyche ...

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Opernwelt Januar 2009
Rubrik: Schwerpunkt, Seite 28
von Uwe Schweikert

Vergriffen
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