Schlingensiefs letzte Idee
Ist die Guckkastenbühne des 18. und 19. Jahrhunderts ein Auslaufmodell?
Ich komme gerade aus Italien, wo Hunderte herrlich altmodischer Theater- und Opernhäuser leer stehen oder totgespart werden. Mein Lieblingstheater ist das Teatro Olimpico von Palladio in Vicenza: ein oval in die Breite gezogenes Amphitheater im antiken Sinne. Ein archaisch zeitloser herrlicher Raum, in dem ich gern Opern sehen würde.
Erstaunlicherweise sind aber selbst die modernsten Opernhäuser, wie sie gerade auf der Architekturbiennale in Venedig für China eindrucksvoll in fantastischen futuristischen Modellen vorgestellt werden, im Inneren mit traditionellen Rangtheatern mit Guckkastenbühnen ausgestattet. Auch das soeben eröffnete Opernhaus von Oslo, eine modernistische «Eisscholle», ist im Inneren ein traditionelles Rangtheater mit Guckkastenbühne, ja das Auditorium hat sich geradezu emphatisch die Semper-
oper von Dresden zum Vorbild genommen.
Diese gehört ja auch gewiss zu den besten Opernräumen der Welt, auch wenn Semper sie noch als traditionelles Rangtheater gebaut hat, welches allerdings durch den Wiederaufbau von Wolfgang Hänsch so unmerklich wie genial verändert und verbessert wurde. Semper wurde zum ...
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Herr Piernay, wie gerüstet muss ein Sänger sein, wenn er ins Konzert- und Opernleben einsteigt, und wie weit bekommt er dieses Rüstzeug in der Hochschule mit?
Junge Sänger wissen oft sehr wenig über die musikalische und technische Seite des Gesangs, wenn sie ihr Studium an einer Hochschule beginnen. Wenn ein Pianist an eine Hochschule will, muss er anspruchsvolles...
Herr Metzmacher, im Programmheft zur Salzburger Uraufführung von Wolfgang Rihms «Dionysos» beschreiben Sie Ihren ersten, vorsichtigen Kontakt mit der neuen Partitur. Wovor haben Sie in einer solchen Situation am meisten Angst?
Vor gar nichts. Ich bin nur neugierig. Im Falle von «Dionysos» kam die Partitur schubweise. Es war jedes Mal sehr spannend zu sehen, wie sich...
Herr Welser-Möst, neue Besen, sagt man, kehren gut. Nun haben Sie hier an der Wiener Staatsoper schon die letzten Jahre musikalisch mitgeprägt. Was könnte Ihrer Meinung dennoch besser werden?
Zunächst einmal hat diese Tätigkeit mir die Chance gegeben, das Haus sehr gut kennenzulernen. Natürlich, wie die Amerikaner sagen, «there’s always room for improvement»....
