Koks und Nutten

Mainz, Massenet: Manon

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Dass Massenets «Manon» derzeit auf den großen Bühnen wie auch auf DVD eine Renaissance erlebt, liegt wohl auch an den unübersehbaren Vorzügen der Anna Netrebko. Auch in Mainz ist eine junge Russin für Massenets tragische Heldin am Start – eine Anna ebenfalls, wenn auch nur mit einem «n».

Ana Durlovski ist den Mainzer und Berliner Theatergängern gut als «Königin der Nacht» bekannt, in Mainz hat sie ihr Fach mit der «Rosenkavalier»-Sophie und der «Lucia di Lammermoor» geweitet – und ihre Manon ist noch einmal eine Klasse besser: Die Stimme mit dem attraktiven dunk­len Timbre hat sich gerundet und an lyrischer Fülle gewonnen, ohne an Leichtigkeit in der Höhe zu verlieren. Außerdem schmeißt sich die junge Sängerin mit Verve in ein Regiekonzept, das es in sich hat: Tatjana Gürbaca, in Mainz zum dritten Mal zu Gast, hat sich offensichtlich entschlossen, bei diesem Massenet einiges gegen den Strich zu bürsten. Diese Manon steigt aus behütetem Elternhaus (der Schluss zeigt eine kleine Ballett-Elevin als «junge Manon») in Halb- und Unterwelten ab. Vom Playboy-Häschen zur Putze im Sexkino (wo auch das «kleine Tischchen» steht, das sie mitreißend besingt), vom Nachtklub zur Triebbefriedigerin ...

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Opernwelt Dezember 2008
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Claus Ambrosius

Vergriffen
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