Dem Menschen auf der Spur

Tschaikowsky: Eugen Onegin Kiel / Theater

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In einem im Programmheft abgedruckten aufschlussreichen Gespräch legt Brigitte Fassbaender ihr Credo in Sachen Opernregie dar: «Das Wichtigste auf der Bühne sind und bleiben die Sänger, die Menschendarsteller», heißt es da, und «wenn ein Regisseur, der Oper macht, keine Noten lesen kann und aus dem CD-Booklet inszeniert, verstehe ich das nicht, denn die erste Inspirationsquelle in der Oper ist die Musik.» Diese beiden Aussagen werden in nahezu jedem Moment ihrer eindrucksvollen Kieler «Eugen Onegin»-Inszenierung unterstrichen.

Das Prinzip der Rückblende, das sie dabei anwendet, ist zwar nicht unbedingt originell, aber in seiner Umsetzung verrät es die erfahrene Bühnenpraktikerin, die mit psychologischem Feingefühl und immer aus dem Geist der Partitur heraus die Szene gestaltet.

Tatjana ist alt geworden, eine verhärmte Matrone im Witwenstand. Grauhaarig, in Schwarz gekleidet, wan­delt sie (von der Schauspielerin Andrea Schöning mit großer Präsenz verkörpert) als stumme Gestalt durch den verödeten Festsaal ihres Schlosses und ruft sich entscheidende Erlebnisse aus ihrer Vergangenheit ins Gedächtnis zurück, wobei die verschiedenen Schauplätze (Ausstattung: Helfried Lauckner) durch ...

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Opernwelt März 2015
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Gerhart Asche

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