Zwitscheresche, Händel-Catwalk, Sitzreiher
Hannover hat mit den Herrenhäuser Gärten ein Pfund, mit dem man wuchern kann. Seit einem Jahr soll ein neues Festival noch ein paar Zinsen mehr einbringen. Festwochen, Barockkonzerte, Musical- und andere Aufführungen im barocken Gartentheater gab es schon lange, und das populäre, regelmäßig überbuchte «Kleine Fest im Großen Garten» auch. Doch an der «Marke Herrenhausen» wird weiter gefeilt.
An der Werkbank steht Elisabeth Schweeger, zuletzt nicht unumstrittene Schauspielintendantin in Frankfurt und regelmäßig auf allen Kandidatenlisten, wenn mal wieder ein renommiertes Haus zu besetzen ist.
Sie hat die zweite Ausgabe der «KunstFestSpiele» (ohne neckische Schreibweisen geht in der Kultur kaum mehr etwas) unter das Motto «Entfesselte Welten» gestellt und prompt mit Grenzüberschreitungen besonders punkten können. Da installierte der Österreicher Georg Nussbaumer eine «Zwitscheresche». Er ließ auch einen «Verdichtungsflügel» zu dröhnendem Leben erwachen und machte aus seinem trinkfreudigen Publikum ein Ensemble, das Rotweinflaschen als Instrumente nutzte.
Zum Festivalauftakt präsentierten die KunstFestSpiele einen echten Hingu-
cker: «Semele Walk» war als «Musiktheater mit Couture von ...
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Opernwelt August 2011
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Rainer Wagner
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