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Freiburg / Young Opera Company Vivier: Kopernikus

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Claude Viviers Musik ist vertraut und fremd, beruhigend und verstörend. In seiner 1978/79 komponierten, etwa 70-minütigen Oper Kopernikus treffen schwebende, tonale Klangflächen auf glissandierende Solostimmen, kantable Phrasen auf kindliches Gebrabbel, impulsive Attacken auf meditative Nachklänge. Viviers musikalische Erfahrungen auf einer langen Ostasienreise haben Rhythmik und Instrumentarium des Werks beeinflusst.

Nun hat sich die Young Opera Company Freiburg unter ihrem rührigen Leiter Klaus Simon der selten gespielten Kurzoper angenommen und sie in der Freiburger Christuskirche zur Aufführung gebracht. Eine CD-Produktion ist geplant. Trotz der großen Distanz zwischen dem in einer Kirchenbank sitzenden Dirigenten und der in der Apsis platzierten Holst–Sinfonietta – die sieben Gesangssolisten agieren im Altarraum – gelingt die musikalische Umsetzung rhythmisch präzise und klanglich ausgewogen. Der geschärfte Ton von Trompete, Posaune, Oboe und Violine wird von den drei Klarinetten gebunden. Röhrenglocken, Tam Tam und ein balinesischer Gong schaffen eine spirituelle Atmosphäre. Simon entwickelt eine packende Interpretation, die den musikalischen Gesten Viviers die notwendige ...

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Opernwelt Januar 2013
Rubrik: Panorama, Seite 39
von Georg Rudiger

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