An Bartók Maß genommen
Die neue Oper von Peter Eötvös verdankt sich einem Joint Venture: einem schon vor geraumer Zeit vergebenen Kompositionsauftrag der Kölner Philharmonie sowie einem jüngeren, auf Vorschlag von Henri Dutilleux erteilten des New York Philharmonic Orchestra. Philharmonie-Intendant Louwrens Langevoort ließ sich darauf ein – unter der Bedingung, dass die Uraufführung in Köln stattfindet.
Das so entstandene Stück hatte Eötvös in Gedanken schon lange beschäftigt: Als Dirigent fand er die üblichen Kombinationen von Bartóks Einakter «Herzog Blaubarts Burg», etwa mit Schönbergs «Erwartung», unbefriedigend. Er wollte stattdessen direkt bei Bartók anknüpfen: dieselbe Orchesterbesetzung, dieselbe Personenkonstellation, eine ähnliche Dramaturgie der allmählichen Enthüllung seelischer Abgründe.
Den passenden Stoff fand er in einer Novelle von Alessandro Baricco: «Senza sangue» spielt irgendwo und irgendwann im spanischsprachigen Teil der Welt. Ein Bürgerkrieg hat stattgefunden, ehemalige Guerilleros überfallen einen Schergen des alten Regimes. Doch sie töten nicht nur ihn, sondern auch seinen Sohn. Einzig die Tochter überlebt im Versteck. Zwar entdeckt sie einer der Mörder, doch verrät er sie ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juni 2015
Rubrik: Panorama, Seite 39
von Ingo Dorfmüller
Kein Wunder, dass Edvard Grieg abwinkte. Das Libretto, das Maurice Maeterlinck 1899 schrieb, um seiner singenden Lebensgefährtin gute Auftrittsmöglichkeiten zu verschaffen, eignet sich kaum für eine Oper. Mythos auf Märchen getürmt; symbolistische Übersteigerung, abgefangen durch krass realistische Raum- und Regievorstellungen; Seelenschau statt Narration; die...
ARD-ALPHA
4.6. – 11.00 Uhr
Fritz Wunderlich.
Unvergessene Aufnahmen.
13./27.6. – 22.00 Uhr
KlickKlack.
Musikmagazin.
14.6. – 11.00 Uhr
«Deswegen ist Musik das Wichtigste.»
Porträt der Sopranistin Annette Dasch.
21.6. – 11.00 Uhr
Die Gretchenfrage.
Konzert von Annette Dasch aus dem Herkulessaal der Münchner Residenz.
28.6. – 11.00 Uhr
Quintette Aquilon.
Werke von Danzi, Ligeti...
Die Oper Köln hat zur neuen «Arabella» ein Filmchen ins Netz gestellt, in dem das kanadische Produktionsteam Barbe & Doucet (so der Firmenname) seine Absichten mit der Lyrischen Komödie von Hofmannsthal und Strauss kundtut ‒ das heißt: Eigentlich redet nur Renaud Doucet, der Regisseur, während sein Ausstatter André Barbe konsequent schweigt.
Auf der Bühne kommt es...
