«Der Nutzer hat immer Recht»
Lange hat sich Manfred Eicher, Gründer und Chef des renommierten Münchner ECM-Labels, vehement dagegen gewehrt, CDs aus seinem Haus im Netz zugänglich zu machen. Weil er sie als Gesamtkunstwerke aus Klang, visueller Gestaltung und Text versteht. Vor zwei Jahren gab er das Prinzip auf – ihm war klar geworden, dass die Tage der physischen Tonträger gezählt sind. Das Durchschnittsalter des CD-Käufers liegt mittlerweile bei 50 plus, immer mehr Musikhörer nutzen die bei YouTube, Spotify und anderen Gratis-Plattformen hinterlegten Dateien.
Und Klassik-Fans finden inzwischen bei Anbietern wir Idagio, Grammofy oder Takt1 hinter der Zahlschranke immense Schätze, die sie jederzeit und überall abrufen können. Keine Frage – dem Audiostreaming gehört die Zukunft
Im Herbst 2017 traf Manfred Eicher, Chef des Münchner Plattenlabels ECM, eine bemerkenswerte Entscheidung: Alle CDs von ECM sollten in Zukunft über die gängigen Audiostreaming-Dienste abrufbar sein. Bemerkenswert war sie vor allem deshalb, weil Eicher damit ein zuvor mit äußerster Vehemenz vertretenes Prinzip aufgab: dass die Alben seines Hauses nur als Gesamtkunstwerk funktionierten und deshalb nicht umstandslos neben all den ...
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Opernwelt Jahrbuch 2019
Rubrik: Audiostreaming, Seite 148
von Michael Stallknecht
Auch der Opernbetrieb ist auf das Prinzip Hoffnung gebaut. Eine ganz besondere Hoffnung, die gerade in Norwegen gehegt wird, nämlich eine Stimme wie die von Kirsten Flagstad zu finden, schien sich zu erfüllen, als die Sopranistin Lise Davidsen 2015 bei der Queen Sonja International Music Competition in Oslo das Publikum, wie die Jurorin Sofie de Lint berichtete, in...
Das Votum ist überwältigend und in der Geschichte der «Opernwelt»-Umfrage ein absolutes Novum: Fast die Hälfte aller befragten 50 Kritikerinnen und Kritiker gab ihre Stimme in der Rubrik «Sängerin des Jahres» Asmik Grigorian. Gekürt wurde die litauische Sopranistin insbesondere für ihre fesselnde Darbietung als Salome in Strauss’ gleichnamigem Musikdrama bei den...
Herr Hagedorn, für Ihre Bücher über die Bach-Familie und Paris, die Musikhauptstadt des 19. Jahrhunderts, sind Sie zu vielen Originalschauplätzen gereist. Sehen Sie sich in der Tradition schreibender Flaneure wie Franz Hessel, Siegfried Kracauer oder Walter Benjamin?
Kracauers Offenbach-Buch oder Benjamins «Passagen-Werk» sind sicher Voraussetzungen meiner Arbeit....
