Apotheose des Künstlertums
In Oldenburg hat man schon immer ein besonderes Gespür für die musikalische Moderne bewiesen. Legendär ist die Aufführung des Berg’schen «Wozzeck» in der Spielzeit 1928/29, die dem vielfach angefeindeten Werk den Weg in die sogenannte Provinz eröffnete. Schon einige Jahre vorher hatte das Oldenburger Landestheater, wie es damals hieß, eine gute Nase für Zeitgemäßes: Ende November 1926, drei Wochen nach der Dresdner Uraufführung, brachte es als dritte Bühne überhaupt Hindemiths «Cardillac» heraus.
Dieses Werk stand – in der Urfassung, die sich inzwischen gegenüber der Neubearbeitung von 1952 durchgesetzt hat – jetzt wieder zur Diskussion, diesmal auf der breiträumigen, eigens für eine Umbauspielzeit des Großen Hauses errichteten Bühne in einer ehemaligen Flugzeughalle des Fliegerhorsts, und bewies dort seine ungebrochene Repertoirefähigkeit.
Wie jeder Interpret, der sich dieser Oper nähert, stand Regisseur Sebastian Ukena vor dem Problem, dass der hoch romantische Stoff um den aus Liebe zu seinen Werken zum Mörder werdenden Pariser Goldschmied Cardillac und die von «nüchterner Sachlichkeit» (so schrieb die zeitgenössische Kritik) bestimmte, an barocke Vorbilder absoluter Musik ...
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Opernwelt März 2011
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Gerhart Asche
ARD
13.3. – 16.00 Uhr
Hochleistungssport Operngesang.
Film von Thomas Voigt und Wolfgang Wunderlich. Mit Jonas Kaufmann, Anja Harteros, Piotr Beczala, Daniel Behle, Christa Ludwig, Edda Moser, Jürgen Kesting u. a.
ARTE
1.3. – 6.00 Uhr
Fauré: Requiem.
La Chambre philharmonique, Les éléments, Emmanuel Krivine. Solisten: Sophie Karthäuser und Thomas Bauer.
2./8./14.3. – 6.00...
Das Wort von der «Globalisierung» ist irreführend, selbst dort, wo es darum geht, die Realität der Oper im Jahre 2011 zu beschreiben. Denn beim weltweiten Siegeszug dieser originär europäischen Gattung ist gerade nicht ein Ineinandergreifen oder gar eine Verschmelzung unterschiedlicher kultureller Traditionen zu beobachten, sondern der Export einer spezifisch...
Dieser Carlo singt wahrhaft königlich. Sicher und strömend in allen Lagen, mit reizvoll verschattetem Tenor: Nikolay Dorozhkin nimmt als Dauphin, als noch ungekrönter König von Frankreich, das Publikum vom ersten Takt an für sich ein – zumindest vokal. Seine Darstellung ist weniger aufregend. Historisch war Karl VII. ein Zauderer, der tatenlos zugesehen hat, wie...
