Zaghafte Schritte ins Licht der Postmoderne
«Ist es nicht seltsam: So nahe uns Polen geografisch ist, so wenig wissen wir im Grund vom polnischen Musiktheater.» Was der Dresdner Musikpublizist Gottfried Schmiedel 1958 anlässlich des hundertsten Entstehungstages der Moniuszko-Oper «Halka» freiherzig zugab, hat trotz des Zusammenschnurrens allen Weltwissens auf Smartphone-Größe noch immer Gültigkeit.
Polnische Musikliebhaber pilgern lustvoll gen Westen, während in Breslau Klaus-Florian Vogts lyrische Heroismen per CD durch einen kleinen Musikladen tönen, den Besuchern eines Krakauer Buchlädchens Christian Thielemann vom taufrisch importierten Cover entgegenlächelt und man in Warschau demnächst einen rauschenden Opernball nach Dresdner Vorbild plant. In der Gegenrichtung verliert sich das Interesse schnell. Obwohl man aus der sächsischen Landeshauptstadt kommend mit dem Auto schneller vor der wunderschön renovierten Breslauer Oper steht als in der Berliner Innenstadt.
Auf internationalen Opern-Jetset ist Polen ohnehin kaum eingestellt. Wer die Reise wagt, sollte deswegen entspannt, mit offenen Ohren, aber realistischen Ansprüchen an die Sache gehen. Von infrastrukturellen Verbesserungen, die allerorten für die nahende Fußball-EM ...
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Opernwelt März 2012
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Martin Morgenstern
Frau Larmore, warum werden Ihre Rollen plötzlich böse?
Es war fällig. Aber ich bin fast sicher, dass ich mit mehr grauen Haaren als jetzt daraus hervorgehen werde.
Vor allem bedeutet die Rolle der Küsterin einen Fachwechsel!?
Ich sehe es eher so, dass ich meinen bisherigen Rollen eine neue hinzufüge. Dass die Küsterin funktioniert, hat mich übrigens gar nicht so...
In der Zürcher Neuproduktion von Moshe Leiser und Patrice Caurier verkörpert Cecilia Bartoli die Desdemona von Rossini – ein Rollendebüt, das musikalisch von dem chinesischen Dirigenten Muhai Tang betreut wird. John Osborn ist Otello.
Die Opern von Richard Strauss – er braucht sie wie die Luft zum Atmen: Den Zauberklang seiner Salzburger «Frau ohne Schatten» (2011)...
Fast exakt zehn Jahre ist das Trauma her, damals, beim letzten «Ring»-Versuch. Nur wenige Wochen nach der «Rheingold»-Premiere im Februar 2002 starb Regisseur Herbert Wernicke. Er hinterließ der Bayerischen Staatsoper ein monumentales Einheitsbühnenbild (den Zuschauerraum von Bayreuths Festspielhaus) und ein paar dürftige Konzeptnotizen. Zu wenig für eine...
