Apropos: Wer zuletzt lacht...

Benjamin Britten wäre 2013 hundert Jahre alt geworden. Die Diskussion um ihn ist nie abgerissen. Was würde er heute in einem Interview zu den Streitpunkten sagen? Norbert Abels hat ihn befragt

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Mr. Britten (gestatten Sie mir diese prosaische Anrede), noch kurz vor ­Ihrem Tod im Dezember 1976 hat man Sie zum Baron erhoben. Wie fanden Sie das?
Ich bin noch heute ein unverbesserlicher Sozialist. Der Titel hat meinen ­Ansichten über den ungerechten Zustand unserer Welt keinen Abbruch getan. Ansonsten hat es mich geärgert, dass mich Prinz Philip schon zehn Jahre vor meinem Tod einen «alten Mann» nannte. Zehn Jahre vor meinem Tod! Unverschämt!

Gerade feiert die englische Yellow Press wieder fröhliche Urständ.

Sie selbst gerieten damals ins Kreuzfeuer. Man insinuierte eine homosexuelle Konspiration der Musik...
Darüber will ich nicht sprechen. Mein Leben mit Peter und meine Faszination von der Knabenschönheit sind Privatsache. Die Biografen können mich ja längst nicht mehr verletzen. Angeblich halten in Aldeburgh die Busfahrer bei meinem Haus, wenn ein Schulkind randaliert: «Pass bloß auf, wir bringen dich zum bösen Peter Grimes!». Geschwätz. So ist das eben.

Sie galten, Mr. Britten, von Anfang an als Wunderkind. Was – oder wer – hat Ihren Werdegang zum modernen «Orpheus Britannicus» beflügelt?
Sie werden es vermuten: meine Mutter. Auf dem Weg zu Morlings Musikalienhandel schwärmte ...

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Opernwelt Januar 2013
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Norbert Abels

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