«Ich war immer skeptisch»
Herr Sawallisch, Ihr Bühnenabschied liegt sieben Jahre zurück. Wie geht es Ihnen?
Ich freue mich, dass ich zu Hause in aller Ruhe meinen Lebensabend verbringen kann. Manchmal sind Besuche von der Bayerischen Staatsoper eine herzerfrischende Unterbrechung. Ich hatte in München die Möglichkeit, mit Strauss und Wagner und Mozart der Oper eine Richtung zu geben, von der das Haus, glaube ich, heute noch zehren kann. Kent Nagano, der mich hier in Grassau des Öfteren besucht hat, sagte, er bräuchte bei Wagner eigentlich nicht viel zu machen.
Er müsse nur den Taktstock heben, und die Sache läuft.
Verfolgen Sie die Arbeit der Bayerischen Staatsoper noch?
Ich habe seit meinem Bühnenabschied keine Vorstellung mehr besucht. Den neuen Generalmusikdirektor Kirill Petrenko kenne ich nur dem Namen nach. Das ist der Nachteil meines Wohnorts hier im Chiemgau. Ich kann nicht mehr ohne Weiteres zurück.
Einige Ihrer Schallplatten sind Meilensteine, wie es sie wohl nie wieder so gut geben wird...
Sie meinen Capriccio?! Das ist die einzige meiner Aufnahmen, die ich mir freiwillig anhöre.
Ich meine auch Intermezzo mit Lucia Popp und Die Frau ohne Schatten mit Cheryl Studer.
Bei Schallplatten-Aufnahmen, so ist ...
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Opernwelt Januar 2013
Rubrik: Interview, Seite 30
von Kai Luehrs-Kaiser
«Ganzkörperpoeten» nennen sich die Akteure der Berliner Tanz-Performance-Musik-Theater-Truppe Nico and the Navigators. Seit 1998 verfolgen Regisseurin Nicola Hümpel, Bühnenbildner Oliver Proske und das in wechselnder Besetzung auftretende Ensemble die Mission, Figuren und Themen der Hochkultur aufs Menschlich-Allzumenschliche herunterzubrechen. Händel und Rossini...
Wäre nicht die Sprache, der Leos Janácek so sorgfältig den Tonfall nachkomponiert hat, könnte sich ein österreichischer Musikliebhaber in der zweitgrößten Stadt Tschechiens wie zu Hause fühlen: mit der Janácek-Oper (1965) und dem historisierenden Mahén Divadlo, 1882 als Deutsches Theater vom epidemischen Büro Helmer & Fellner entworfen.
«Genius Loci», mäßig...
Eine Woche vorher, und alles wäre buchstäblich ins Wasser gefallen. Da brachten Tageszeitungen sogar in Deutschland Fotos von jungen Menschen, die vor dem Campanile planschten: der Markusplatz, ein cooler Pool im November. Aqua alta, das Hochwasser hatte zugeschlagen in Venedig. Nicht ungewöhnlich eigentlich, aber doch eine schlechte Voraussetzung für Opernabende....
