Alles Narren
Das 12. Opernfestival Gut Immling stand unter dem Motto «Belcantozauber» – und fand in neuem, leuchtend blauem Gewand statt: Mit Sponsorengeldern wurden Wände und Dach der Theaterscheune isoliert und gestrichen. So ist der Raum zu jeder Jahreszeit wohltemperiert, bei Regen prasselt es weniger laut als bisher. «Nun kann man auch Pianissimo spielen», schwärmt Cornelia von Kerssenbrock, die musikalische Leiterin des Festivals.
Als privat finanziertes Unternehmen mit einem Budget von 1,6 Millionen Euro muss sich Gut Immling nach den Hits des Kanons richten.
Stets eine sichere Wahl, um die rund 16 000 Zuschauer pro Jahr auf den Bauernhof zu locken, ist Verdi. Diesmal standen gleich zwei seiner Opern auf dem Programm.
Den Auftakt machte «Nabucco». Nicola Panzer unterstrich in ihrer enttäuschend konventionell wirkenden Inszenierung mit Farben und Symbolen den Konflikt zwischen zwei Gesellschafts- und Religionssystemen. Ihre an sich lobenswerte Entscheidung, den riesigen Chor viel zu bewegen, führte leider zu schleppenden Auf- und Abgängen. Anton Keremidtchiev in der Titelpartie kompensierte sein eindimensionales Spiel mit strahlender, elegant geführter Stimme. Den größten Applaus des Abends ...
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Alle reden vom Auge, seitdem James Bond die Seebühne zum Abenteuerspielplatz seiner Verfolgungsjagden erkor und das ZDF-Plaudertrio uns vor der «Tosca»-Kulisse die Fußball-EM erklärte. Wer immer auf die begnadete PR-Idee kam, Film- wie Fernsehleute ans Bregenzer Ufer zu locken – er hat sich bleibende Verdienste um die weitere Kommerzialisierung der südöstlichen...
Kein leichtes Spiel für Kapellmeister Kreisler: Nicht einmal ein Jahr ist E. T. A. Hoffmann im Amt des zuständigen Musikdirektors zu Bamberg, da sieht er schon die Unzahl der (theatralen wie menschlichen) Unzulänglichkeiten. Am 21. Januar 1809 schreibt er an Johann Friedrich Rochlitz, den Begründer der «Allgemeinen Musikalischen Zeitung»: (...) «Zu einer guten...
Kennt man nicht, will man nicht
Von Glanz und Elend des Operettenbetriebs
Die Operette lebt, weil sie unsterblich ist. Oder?» Das sagte einmal ein nicht ganz unwichtiger Komponist der «Heiteren Muse», Robert Stolz. Und gab damit die Antwort auf einen Wiener Miesepeter namens Hans Weigel, der in den sechziger Jahren glaubte, das Ende der Operette konstatieren zu...
