Logenplatz für die Kleinen
Blättert man die aktuellen Monatsblätter deutschsprachiger Bühnen durch, drängt sich der Eindruck auf, dass die Kleinen inzwischen die Größten sind. Kein Haus, das es sich noch leisten könnte, den minderjährigen Nachwuchs bei der Programmgestaltung zu übergehen. Und die Angebotspalette ist so farbig wie bei den «Alten» – sie reicht von Bearbeitungen bekannter Opern bis zu Uraufführungen, von Gesprächskonzerten bis zu Mitmachprojekten.
Hat die Sache unterhaltsame Qualität, lässt sich die Zielgruppe nicht lange bitten: Kaum ein Genre verzeichnet derzeit ähnliche Wachstumsraten wie die Kinderoper.
An der Oper Köln stand das junge Gemüse schon hoch im Kurs, als andernorts Leute unter zwanzig noch eher als Störfaktor galten: 1996 staunte das etablierte Publikum im Rangfoyer nicht schlecht über ein knallbuntes Holztheaterchen, in dem Stücke für Kinder und Jugendliche spielten. Den Anfang machte Strawinskys magische «Nachtigall», es folgte eine Ausgrabung: Bernhard Sekles’ Märchenoper «Die zehn Küsse». Weiter ging es mit Respighis «Dornröschen» und Ravels «Das Kind und der Zauberspuk». Der Laden brummte, sämtliche Vorstellungen (stets zu familienfreundlichen Zeiten) waren ...
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2008 steht ein Puccini-Jahr bevor, Anlass genug für das kleine, aber künstlerisch rege Coburger Landestheater, die unverwüstliche «La Bohème» aufs Programm zu setzen. Regisseur Detlef Altenburg und sein Ausstatter Manfred Dittrich verlegen die Szenen aus dem Künstlerleben in die Gegenwart: Erstes und letztes Bild zeigen die heruntergekommene Atelierwohnung von...
Es war ein leiser Abschied. Nicht einmal Verehrer wussten davon. Ende 2003 zog sich Julia Varady vom Podium zurück. Auf der Opernbühne war sie schon Jahre zuvor nicht mehr aufgetreten. Nach vierzig Jahren öffentlichen Singens wollte sie sich aufs Unterrichten konzentrieren. In Frankreich warfen ihr die Zeitungen Blumen hinterher, in Deutschlands Musikszene wurde...
Auf den Spielplänen unserer Schauspielhäuser tauchen sie kaum noch auf: Marius, Fanny und César, die in Frankreich unsterblichen Gestalten vom Alten Hafen in Marseille, denen Marcel Pagnol in seiner Trilogie ein wunderbar menschliches Denkmal setzte. «Zum Goldenen Anker» hieß das komplette Stück bei uns, und es wurde nach dem Krieg viel gespielt. Das Geheimnis...
