Danke, für alles!
La joie de vivre
Dieser nie versiegende Enthusiasmus! Diese unerschöpfliche Lust, Brücken zu schlagen, zwischen Künstlern, zwischen Musik, Theater, Literatur, Film und den bildenden Künsten. Zwischen Kulturen, Sprachen, Kontinenten.
Diese Freude, wenn sie Französisch sprechen konnte, und ihr Französisch war ausgezeichnet! Diese faszinierenden, leidenschaftlichen Gespräche über Themen, die sie interessierten, und eigentlich interessierte sie alles – von der Schöpfung bis zur Politik, von den Reisen nach Japan bis zum Essen! Dieser brennende Wunsch, die Opéra national du Rhin zu einem einzigartigen Haus zu machen, offen für Vielfalt, offen für das Neue.
Ich schreibe diese Worte genau drei Monate, nachdem Eva sich aus dieser Welt verabschiedet hat, nach einem langen, außerordentlichen, heldenhaftem Kampf mit der Krankheit. Die Grausamkeit ihres Verschwindens und die Gewalt ihres Todes bleiben für alle, die mit ihr befreundet waren, unerträglich. Für viele Mitarbeiter der Opéra national du Rhin schien es undenkbar, dass ihre dritte Spielzeit in Strasbourg ohne sie beginnen würde. Eine Spielzeit, die sie maßgeschneidert hatte für das Haus, das sie leitete, das sie trug, das sie zum ...
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Opernwelt Jahrbuch 2019
Rubrik: Opernhaus des Jahres, Seite 8
von Christian Longchamp, Nicola Raab, Jossi Wieler, Pumeza Matshikiza, Georg Nigl, Peter de Caluwe, Nicholas Payne
Wenige Produktionen klingen so stark und so lange nach wie die Salzburger «Salome». Dass die Energien und Konturen der Musik geradezu sichtbar wurden, hat wesentlich mit dem labyrinthisch offenen Schauspiel zu tun, das Romeo Castellucci in der Felsenreitschule für Strauss erfand. Überhaupt entpuppt sich die faszinierend rätselhafte Bühnensprache des aus der...
Wagner: «Parsifal»
Théâtre Royal de la Monnaie, Brüssel (2011)
Der Wald steht schwarz und schweiget keineswegs. Kleine Lichtschneisen durchzittern sein dichtes Laub, geben uns ein Gefühl für seine prächtigen Baumkronen. Aus dem Geäst kommen Fanfaren und Stimmen. Menschen? Naturwesen eher, bemoost am ganzen Körper oder mit Blättern überzogen. Oder doch Soldaten...
Lange hat sich Manfred Eicher, Gründer und Chef des renommierten Münchner ECM-Labels, vehement dagegen gewehrt, CDs aus seinem Haus im Netz zugänglich zu machen. Weil er sie als Gesamtkunstwerke aus Klang, visueller Gestaltung und Text versteht. Vor zwei Jahren gab er das Prinzip auf – ihm war klar geworden, dass die Tage der physischen Tonträger gezählt sind. Das...
