Simon Keenlyside
Schön, Dich in Topform zu sehen, Simon.
Was glaubst Du, wie dankbar ich bin. Ich glaube, ich brauchte einfach mal ein Sabbatical ... ein Jahr Auszeit. Meine Kinder sind noch jung; wenn ich nicht der typische Schattenpapa sein will, müssen wir zusammen ein paar Abenteuer erleben. Natürlich wäre es besser gewesen, wenn es dazu nicht erst eines Stimmproblems bedurft hätte; auf die Monate in Angst hätte ich gern verzichtet. Aber die Sache ist ausgestanden. Ich habe vor drei Jahren in Tokio als Macbeth wieder angefangen.
Die Partie ist ein ziemlich gründlicher Test – und der ist zum Glück nicht nur gut gelaufen, sondern hat auch noch Spaß gemacht. Ich war so froh, wieder zu singen! Aber die unfreiwillige Vollbremsung hat meinen Blick geschärft für das, was ich vom Leben wirklich will. Es ist schwer, die richtige Balance zu finden. Für uns alle, denke ich, egal in welchem Beruf.
Wir standen schon zusammen auf der Bühne, da steckten wir als Künstler praktisch noch in den Windeln: «Turandot» in der Londoner Wembley-Arena, Ping und Pang! Eines Abends hattest Du einen schlimmen Unfall. Ich habe das Bild noch vor Augen: Du lagst im Korridor am Boden, zusammengekrümmt und weinend vor ...
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Opernwelt September/Oktober 2018
Rubrik: Gillett trifft..., Seite 100
von Christopher Gillett
Salzburg
Salzburg schwitzte. Aber die Reise zu den diesjährigen Sommerfestspielen lohnte sich: der bildmächtigen Regiehandschriften wegen und auch, weil Dirigenten von Format am Werke waren. In der Felsenreitschule korrespondierten Romeo Castelluccis heiße «Salome»-Bilder mit dem kühl-analytischen Feuerstrom, den Franz Welser-Möst entfachte; im Großen...
Um halb zehn kommen die Jagdflieger. Zeit für den Mörike-Moment: «Über das Haupt stürzt dir krachend das Himmelsgewölb’». Minutenlang ist das große Festspielhaus zu Salzburg erfüllt vom Dröhnen der Maschinen, vom Geräusch einschlagender Bomben, von undefinierbarem Geschrei. Es ist das pure Grauen des Kriegs, das sich hier, in elektronisch verstärkten Tönen und...
Das ging schnell. Im Oktober 2017 erlebte Aribert Reimanns «L’Invisible» seine Uraufführung an der Deutschen Oper Berlin, ein halbes Jahr später lag das Stück bei Oehms auf CD vor. Ein Zusammenschnitt von drei Vorstellungen samt Generalprobe in Zusammenarbeit mit dem rbb. Das Ensemble des Staatstheaters Braunschweig, wo Operndirektorin Isabel Ostermann das Stück...
