Vivaldi: Juditha triumphans

Sydney, Vivaldi: Juditha triumphans

Opernwelt - Logo

Vivaldi schrieb «Juditha triumphans» für seine Schülerinnen im Ospedale della Pietà zu Venedig. Er konzipierte das Werk so, dass alle verfügbaren Instrumente zum Einsatz kamen. Der Orches­tersatz ist von hohem Reiz. Doch was Vivaldi für die Singstimmen komponierte, lässt eine originelle Handschrift, wie sie uns etwa von Händel oder von Hasse vertraut ist, kaum erkennen.


Unter der elektrisierenden Leitung ­Attilio Cremonesis tat das Orchestra of the Antipodes für die jüngste Produktion der auf Alte Musik spezialisierten Pinchgut Opera alles, um die Qualitäten des Stücks auszukosten. Man bot exquisit musizierte Soli – zum Beispiel auf der Viola d’amore, dem Chalumeau oder der Barockmandoline –, und das mit vier Theorben, Cembalo und Orgelpositiv besetzte Continuo inspirierte die Streicher zu wahrhaft hinreißenden Klängen.
Bei den Vokalparts orientierte man sich an Vivaldis Vorstellungen: Alle Par­tien wurden von Frauen gesungen, bis auf die Rolle des Holofernes, dem der Counter David Walker gestalterisch, konditionell wie technisch allerdings wenig beeindruckende Konturen verlieh. Auch die selbstbewusst auftretende Mez­zosopranistin Sally-Anne Russell als Judith hatte nicht ihren ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Februar 2008
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 51
von John Carmody

Vergriffen
Weitere Beiträge
«Ich bin ein Mezzo mit klangvoller Höhe»

Herr Jaroussky, Ihr neues Album ist eine Hommage an den Kas­traten Giovanni Carestini…
Ich weiß schon, was Sie denken. Jetzt, wo gerade Cecilia Bartolis Malibran-Album und Juan Diego Florez’ Rubini-CD he­rausgekommen sind, wirkt das, als wäre es bloß ein prätentiöser Vermarktungstrick für ein Recital. Aber das ist nicht so: Der Plan zu diesem Album hat mich die...

Erlöser gesucht

Die Zuversicht des Komponisten, vor ein paar Jahren im Gespräch geäußert (OW 6/2005), hat sich längst in eine große Frage verwandelt, zumal nach dem Tod Karlheinz Stockhausens am 5. Dezember 2007. Wo wäre der «Abenteurergeist» zu finden, der sein Musiktheater «Licht» in die Realität befördert? Da harrt ein Bühnenwerk seiner szenischen «Erlösung», das voluminöser...

Ende einer Hängepartie

Kurz vor den Festtagen gab es eine gro­ße Eruption in und um Köln. Es sollen, so heißt es, Steine der Erleichterung gewesen sein, die die Kulturschaffenden der Stadt im Rhein versenkt haben. Die Kölner Oper hatte endlich ­einen neuen Intendanten beschert bekommen. Es ist – ein Kölner.
Was elegant im Ruckzuckverfahren erledigt werden sollte, entpuppte sich über...