Fetzig, filigran, ohne Zicken
Das Strauss-Jahr 2014 beschert der «Frau ohne Schatten» einen regelrechten Boom. Auch kleinere Häuser trauen sich an das komplexe Werk, das eine fähige Besetzung und ein gut disponiertes großes Orchester braucht.
In Saarbrücken dokumentiert der scheidende GMD Toshiyuki Kamioka eindrücklich, warum er sich als Abschiedsproduktion gerade diese Märchenoper gewünscht hat. Der Japaner ist ein Meister blühender Orchesterfarben, mit denen er die Welten der Geister und Menschen beschreibt.
Mit Wucht entfesselt er die Elemente, um dann, wenn er die Geschichten der Figuren erzählt, auf Sensibilität und Finesse umzuschalten.
Das Saarländische Staatsorchester fächert ein breites Ausdrucksspektrum auf, von fetzig bis filigran, es deckt die Stimmen nicht zu, überwältigt dennoch passagenweise auch mit schierer Kraft. Die Instrumentalsoli (Violine und Cello!) berühren, die Tempi sind geschmeidig. Und Saarbrücken spielt die komplette Oper ohne Striche. Die Plastizität und Erzählkraft der Musik kommt umso stärker zur Geltung, als die szenische Deutung Tiefenschärfe vermissen lässt. Der Regisseur und Bühnenbildner Dominik Neuner hat ein graues Einheitsambiente geschaffen, mit einem angedeuteten ...
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Opernwelt August 2014
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Dieter Lintz
Wie ein Donnerschlag, wenn auch nicht gänzlich unerwartet, kam zur Eröffnung des 7. Mittelmeerfestivals in Valencia die Ankündigung von Zubin Mehta, als Chefdirigent der Oper und als Direktor des Festivals künftig nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Als Grund für seinen Rückzug gab er die anhaltende Unterfinanzierung des Hauses an. Er sehe sich nicht in der Lage,...
Vorerst läuft die Killerpartie für sie noch unter «Experiment». Zweimal zum Debüt, wie gerade absolviert, bei den Münchner Opernfestspielen, im Herbst folgt eine Serie an der Met. Immerhin ist das öfter als bei der Callas, die sich Verdis Lady Macbeth kein halbes Dutzend Mal live zugetraut hat. Und so überraschend ist das Wagnis bei Anna Netrebko nicht. Die Stimme...
Die Wälder um Athen gibt es so, wie Shakespeare sie in «A Midsummer Night’s Dream» beschreibt, längst nicht mehr. Abgeholzt, Brandstiftern und Grundstückspekulanten zum Opfer gefallen. Weit entfernt von jenem romantischen «Zauber der Natur», den sich etwa die Styriarte in diesem Jahr als Motto aufs Banner schrieb und der eben auch in der Aufführung von Henry...
